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ſein muß. Nein, er bildet nur den Ausgangspunkt, von dem aus man das Problem„Gut und Böſe“ löſen kann, ein Problem, das uns ja unſer ganzes Leben lang beſchäftigt.
Damit hat Prévoſt die verſchiedenen Gebiete des Unterrichts be⸗ handelt, ausgenommen den Sprachunterricht. Dieſen hat er ſich bis zuletzt vorbehalten,— last not least, können wir ſagen. Nicht umſonſt; er bietet eigentlich im Erziehungsgeſchäft das ſchwerſte Problem. Eine Fülle der Fragen bieten ſich, denn hier iſt ein embarras de richesse: Soll das Kind die alten Sprachen oder die neuen Sprachen erlernen? Und wie ſoll es ſie erlernen?
Wir entſcheiden dieſe Frage, je nachdem welches Ziel wir uns bei Erziehung geſtellt haben. Prévoſt hat ein hohes Ideal. Er will Men⸗ ſchen heranbilden, die nicht allein nützliche Glieder der menſchlichen Geſellſchaft ſein werden, ſondern die auch der„Abglanz(reflet) der Schönheit überhaupt, der Schönheit der Dinge, der moraliſchen Schön⸗ heit, der geiſtigen Schönheit ſeien“. Ihre Fähigkeiten, zu empfinden, zu verſtehen, müſſen hinreichend entwickelt ſein, ſolche Bilder der ewigen Schönheit in ſich aufnehmen und behalten zu können. Das Kind muß deshalb eine umfaſſende und tiefe Bildung empfangen. Dadurch werden ihm die Mittel in die Hand gegeben, ſein Leben voller und reicher zu geſtalten. Und dafür iſt nach Prévoſts Ueberzeugung kein Unter⸗ richtsfach beſſer geeignet als das Studium der alten Sprachen, die Be⸗ ſchäftigung mit der klaſſiſchen Literatur. Die bloße Nützlichkeit des Faches für das praktiſche Leben darf alſo nicht allein als Wertfaktor aus⸗ ſchlaggebend ſein. Es gibt auch andere Werte, die allerdings in der heu⸗ tigen Welt des Materialismus nur zu ſehr vernachläſſigt werden. Doppelte Pflicht der Schule iſt es deshalb, gegen dieſe Zeitrichtung anzukämpfen.
Das gilt ſowohl für Knaben, als auch Mädchen. Gewiß bean⸗ ſprucht ein ſolches Studium viel Zeit, und dies iſt umſo bedeutungs⸗ voller, als gerade in der heutigen Zeit die Anſprüche an die Leiſtungs⸗ kraft des Einzelnen, auch der Jugend, ungemein geſteigert ſind. Aber Pr. glaubt, daß eine wohl angelegte Jugend auch Zeit zum Studium dieſer Fächer findet, ohne die mehr realen Fächer, als da ſind moderne Sprachen, Phyſik, Chemie vernachläſſigen zu müſſen. In der Gegen⸗ wart allerdings wird zu viel Zeit für Spracherlernung verwendet.
Auch hier glaubt Pr. die Folgen der paresse éducatricefeſtſtellen zu können. Daß heute ſo viele Mühe zum Studium der alten Sprachen nötig iſt, daran ſind ſchuld nur die ſchlechten offiziellen Methoden. Es iſt verkehrt, ein 10jähriges Kind vor eine lateiniſche Grammatik, ein


