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Anderes. Pr., der glühende Patriot, findet einen ſolchen Unter⸗ richt verhängnisvoll für die franzöſiſche Nation. Er, der einſtige Zög⸗ ling der konfeſſionellen Schule, kennt nur eine moraliſche Erziehung, und das iſt diejenige, die erfolgt durch den Religionsunterricht.
Aber welche religiöſe Erziehung? Der Begriff„Religion“ iſt bei jedem ein anderer. Es wäre abſurd, wollte man Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren das Proplem der Metaphyſik und des Glaubens vortragen, indem man ihnen ſagt: Entſchließe Dich, wie Du willſt. Ebenſo verdammenswert wäre es auch, wollte man den methaphyſiſchen, den religiöſen Keim, der doch in jedem Kinde ſchlummert, verkümmern laſſen. Und das tritt ein, wenn man keinen Religionsunterricht mehr gibt. Nein, lehren wir den Glauben unſerer Väter! Will das Kind ſpäter dieſen Glauben ablegen, ſo mag es das tun. Auf jeden Fall, jetzt in dieſem Alter, ge⸗ winnt es durch dieſen Unterricht eine ſichere Grundlage, auf das es aufbauen kann nach jeder Richtung. Ein ſolcher Boden erſchwert auch das allzuleichte Eindringen des Aberglaubens, des Sektierertums. Und aus dieſem Grunde billigt Prévoſt auch die päpſtliche Entſcheidung, die die erſte Kommunion der katholiſchen Kinder ſchon auf das 7. Lebens⸗ jahr feſtſetzt. Denn gerade in dieſem Alter iſt der Einfluß auf das Kind am nachhaltigſten, was es da erwirbt, bleibt feſter Beſitz. Und kommt eines Tages von dem älter gewordenen Kinde eine Einwen⸗ dung, ein Zweifel, nun dann antworte man ihm. Iſt es nur eine ein⸗ fache kindliche Dummheit, oder eine kleine Bosheit des Schülers gegenüber dem Lehrer, dann tadeln wir dies mit aller Entſchieden⸗ heit. Handelt aber das Kind aus einer wirklichen inneren Unruhe heraus, gut dann geben wir ihm getroſt den erſten wirklichen Unter⸗ richt in theoretiſcher Moral und religiöſer Kritik. Und in ſolchen Stunden müſſen wir vollſtändig uns ſelbſt geben; kein Verſchleiern, keine Kompromiſſe, ſondern Wahrheit, unſere Ueberzeugung. Nur das vermag auf das Kind Eindruck zu machen. Hieraus wird das Kind Nutzen ziehen, denn es hat das ja verlangt, es iſt wieder der Mittel⸗ punkt, wie das ſeither immer verlangt wurde, aber nicht aus dem allgemeinen Moralunterricht, dieſer läßt es kalt.
Wir ſehen, Prévoſt huldigt durchaus keinem blinden Dogmatis⸗ mus. Er will nur einen ſicheren Boden ſchaffen, auf dem dann ins Unbegrenzte aufgebaut werden kann. Dieſe Grundlage gibt ihm nur der Religionsunterricht; das allein wertvolle Buch iſt der Katechismus. Damit ſoll aber nicht geſagt ſein, daß dieſer ein Buch wie jedes andere ſei, das erſchöpfend einen Gegenſtand behandelt und für immer Norm


