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ſtrengungen, die wir dem Kinde wohl erſparen können. Das Lehrbuch ſoll alſo nicht wechſeln, es ſoll dem Syſtem des fortgeſetzten Fort⸗ ſchreitens unſeres mündlichen Unterrichtes entſprechen; in der Sprache z. B. zuerſt eine ganz elementare Grammatik, im folgenden Jahre die⸗ ſelbe Grammatik nur erweitert uſw. Das allein wertvolle Buch iſt alſo dasjenige, das mit dem Kinde groß werden kann, wie ein guter Kamerad.
Iſt unſer Erziehungswerk von Erfolg gekrönt, ſo wird das nun ungefähr 10 Jahre alte Kind geſund, kräftig ſein, es iſt gewöhnt an regelmäßige geiſtige und körperliche Arbeit. Es beſitzt ein normales Empfindungsvermögen, das nicht verdorben iſt weder durch Ver⸗ hätſchelung noch durch zu ſtrenge liebloſe Erziehung; es hat coeu in dem doppelten Sinn von„Güte“ und„Mut“.
Doch das genügt nicht. Nicht damit wollen wir uns zufrieden geben, daß das Kind all dieſe Fähigkeiten beſitzt, ſondern, daß es ſie auch in der würdigen Weiſe zeigt, daß es ſie dadurch noch erhöht, mit einem Worte, daß zu all dieſem noch die„Eleganz“(„l'élégance“„la manière“„l'accent“) kommt. Die derbe Bauerngeſundheit darf ſich nicht ungelenk betätigen, vielmehr ſeien die Bewegungen der Kinder ſo, daß ſie für andere immer ein angenehmes Schauſpiel ſind. Die Kinder ſollen arbeiten, lernen mit Ordnung, Aufmerkſamkeit, mit Be⸗ ſtändigkeit, ſie ſollen alſo nicht ausarten zu geiſtloſen bücheurs, („Büffler“), ſie müſſen neben ihren Arbeiten immer noch Sinn zeigen für das Edle, ſie müſſen begeiſterungsfähig bleiben für alles Wahre, Schöne, Gute.
Wie geben wir nun dem Körper und dem Geiſte dieſe letzte „Appretur?“
Die erſte Eleganz des Körpers iſt die Reinlichkeit. Wenn ſie auch ſchon in früheren Zeiten bezeichnet worden iſt als eine Tugend, ſo wiſſen wir doch ſehr wohl, daß ſie dennoch nicht geübt wurde. Heute wird ſie über alle Maßen geprieſen, ob auch in der franzöſiſchen Fa⸗ milie ebenſo ſehr geübt, bezweifelt Prévoſt mit Recht. Es genügt nun nicht, daß wir den Körper des Kindes pflegen, ſondern wir müſſen dieſem vielmehr die Neigung anerziehen, ſelbſt ſeinen Körper pflegen zu wollen. Die Erfahrung zeigt, daß die Gewohnheiten der Körperpflege mit der Zeit zu gebieteriſchen Notwendigkeiten werden. Schaffen wir ſie des⸗ halb bei unſeren Schützlingen und zwar rechtzeitig! Wenn die Pflege der Haare, der Zähne, der Haut, der Hände uſw. erſt mit 18— 20 Jahren begonnen wird, dann iſt es zu ſpät. Vieles iſt überhaupt in


