Aufsatz 
Marcel Prévost als Jugenderzieher
Entstehung
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inhaltsreicher in ſeiner eigenen Geſchichte und in ſeinen Beziehungen zu den anderen Ländern. Auf dieſe Weiſe haben wir immer als Unterrichtsſtoff ein wohl abgeſchloſſenes, abgerundetes Ganze, ferner die ſümtlichen Kenntniſſe der Geſchichte bilden ſtets zuſammen ein klares, konzentriertes, lückenloſes Bild im Kopfe des Schülers. Alles iſt wohl geordnet, ferner ſteht bei einem ſolchen Unterricht immer das eigene Land im Mittelpunkt des Unter⸗ richtes, was auch als ein Vorteil zu betrachten iſt.

Dieſes Syſtem läßt ſich natürlich nicht bis in die oberſten Klaſſen der höheren Schule durchführen. Dafür iſt der Stoff zu umfangreich. Das iſt aber auch nicht nötig. In der Sekunda, in Prima kann man ohne Gefahr den Stoff teilen, kann z. B. in einer Klaſſe die Geſchichte Fr. von der Zeit Heinrichs IV. bis zu der Revolution lehren. Denn jetzt hat der Schüler die nötigen Anknüpfungspunkte er kennt die hauptſächlichſten Ringe in der Kette. Er iſt befähigt, dieſe beſondere neu behandelte Periode in den Kreis ſeiner bereits er⸗ worbenen Geſchichtskenntniſſe einzuſtellen. Die Ueberſichtlichkeit geht nicht verloren; folgedeſſen behält der Schüler auch ſeine Geſchichte weit beſſer als ſeither..

Wie dieſe Methode in der Geographie verwertet wird, wurde be⸗ reits früher dargelegt. Jetzt werden die ſchon erworbenen Kennt⸗ niſſe vertieft.

Ebenſo kann man auch in allen übrigen Lehrgegenſtänden ver⸗ fahren.

Tun wir dies, ſo folgen wir dem Beiſpiel, das die Natur uns gibt. Jedes Jahr bietet die Natur dem Kinde das gleiche Schauſpiel, und jedes Jahr ſehen ſeine Augen tiefer und klarer in dieſer ſich ewig gleichbleibenden Natur.

Auf dieſe Weiſe wird ihm ein vollſtändiges, wenn auch äußerſt ver⸗ einfachtes Bild von der Welt, der Geſchichte, der Mutterſprache, kurz des ganzen Wiſſensſtoffes geboten. In allem iſt ein gewiſſes Schema zu erkennen. Aufgabe des ſpäteren Unterrichtes iſt es, dieſem Schema mehr Inhalt zu geben.

Bei alledem will Prévoſt den Grundſatz beobachtet wiſſen: Die Anſtrengung des Kindes nicht überſpannen. Was wir ihm an Vor⸗ teilen bieten können, an Erleichterungen im Lernen, ſollen wir ihm nicht verſagen. Verkehrt iſt es z. B., wenn dem Kinde über ein und denſelben Lehrſtoff nach und nach mehrere Bücher in die Hand ge⸗ geben werden, wenn alſo das Lehrbuch wechſelt, was nur zu oft vorkommt. Hier muß das Kind umlernen; das aber verlangt An⸗