Aufsatz 
Marcel Prévost als Jugenderzieher
Entstehung
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bieten kann, beſchäftigt mit den Pflanzen und Tieren, kurz ein kleiner Landjunge, dabei wohl gepflegt. Er weiß, daß gewiſſe Stunden des Tages für die Zerſtreuung, andere für die Aufmerkſamkeit, wieder andere für die Erlernung der Arbeit beſtimmt ſind; willig ordnet er ſich dem unter. Unauslöſchlich iſt in ſeiner Seele eingeprägt, daß man nicht lügen darf, daß man unbedingt gehorchen muß, daßalles ſich bezahlt, daß Verzeihen ſelten, äußerſt ſelten iſt. Ein Buch hat er noch nie in den Händen gehabt. Alles was er weiß, hat er ſelbſt gefunden oder aus dem Munde des Lehrers erfahren. Von Büchern hat er allerdings ſchon gehört, und er betrachtet es als eine Auszeichnung, ein ſolches in die Hand zu bekommen.

Seine Mutterſprache beherrſcht er, natürlich, ſoweit es einem Kinde von 7 Jahren möglich iſt. Die Sprache iſt frei von Sprach⸗ fehlern, von Provinzialismen.

Von einer fremden Sprache weiß er kein Wort.

II. Periode.* DieJugend der Kindheit(7.12. Lebensjahr).

Der 7. Geburtstag iſt ein wichtiger Abſchnitt im Leben des Kindes. Und er verdient es wohl, beſonders gefeiert zu werden allerdings nach Kindesart; ſüßes Nichtstun, lärmende Vergnügungen, beſonders Eſſen. Es regt ſeine Phantaſie an und prägt ſich ſeinem Gedächt⸗ nis ein, das Kind iſt um eine ſchöne Erinnerung reicher. Vielleicht iſt es gut, an dieſem Feſttag das Geburtstagskind beſonders auf die Bedeutung des Tages hinzuweiſen, zu fragen, warum der 7. Geburts⸗ tag ſo beſonders gefeiert werde, ihm ferner einen kleinen Ausblick auf ſein ferneres Leben zu geben. Hübſch iſt die kleine Anſprache, die Prévoſt an dieſem Feſte an ſeine beiden Schützlinge hält.

Dieſer Tag bildet ſo den Auftakt zu dem folgenden Leben. Pflege des Körpers und des Geiſtes fordern ein erhöhtes Intereſſe. Steht die körperliche Erziehung auch nicht mehr ſo im Vordergrund wie ſeit⸗ her, ſo beanſprucht ſie doch immer noch einen Hauptanteil am Er⸗ ziehungsgeſchäft. Prévoſt glaubt, daß dieſe in der Gegenwart aller⸗ dings in den verſchiedenen Ländern verſchieden ſtark faſt im Ueber⸗ maß gepflegt wird. Und dies birgt Gefahren in ſich. Allzuviel iſt ungeſund. Sie ruiniert entweder die Geſundheit, oder ſie führt zur Verdummung.Wenn man ſchwächliche Kinder zu ſehr ſtark machen will, ſagt ſchon Madame de Maintenon,dann tötet man ſie.*)

*) In dieſer Hinſicht hat nach Pr. Meinung England ganz beſonders ge⸗ ſündigt. Dort ſpielt allerdings im Schulleben der Sport eine große Rolle. Und Prévoſt glaubt die nachteiligen Folgen einer ſolchen Erziehung in verſchiedenen Symptomen zu erkennen.