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ſie nur leiten, regulieren, denn ſie iſt das, was im ſpäteren Leben über gar manche Oede und Leere zu erheben vermag, ſie iſt im letzten Grunde allein das,„was die Privilegierten, den Erfinder, den Dichter, den Helden, den Religionsverkünder“ von den Menſchen des Alltags unterſcheidet.
Doch das Kind iſt nicht nur eine Intelligenz, ein Weſen, das Ideen aufnimmt und bildet, ſondern es hat auch einen Willen und Empfindungsvermögen(sensibilité).
Auch dieſe Fähigkeiten müſſen zu ihrem Rechte kommen, müſſen entwickelt und gepflegt werden.
Das Kind ſoll neben nützlichen Gewohnheiten des Verſtandes auch geſunde ſittliche Gewohnheiten bekommen.
Ueber dieſen Punkt der Erziehung beſteht, ſo bekennt Prévoſt mit Ironie allerdings eine reiche Literatur, aber von welch buntem, ſich widerſprechendem, manchmal geradezu widerſinnigen Inhalt. Hier⸗ von ſchließt er auch Rousseau nicht aus, der, ſo ſpottet er, den Erzieher in den Kindern die Geſetze der Moral gar entdecken läßt. Welche Lehren ſollen wir aus all dieſen Büchern ziehen? Etwa die, daß in Ermange⸗ lung deſſen, daß ein wirklich gutes Syſtem nicht beſteht, wir die Er⸗ ziehung dem Zufall überlaſſen? Gewiß nicht: Im Gegenteil, ſie muß ſehr ſicher(kerme) ſehr wirkſam ſein, aber ſie darf nicht doktrinär, lehrhaft werden. Jedes theoretiſche Verfahren iſt von Uebel, es gibt nur 2 Wege, die zum Ziele führen, und das iſt 1) der„kategoriſche Imperativ“, die Bekräftigung(affirmation) und 2) das Beiſpiel.
Kommen wir zuerſt zur„affirmation“. Wir alle wiſſen, daß ein Kind ſich gerne in ſicherem väterlichen Schutz weiß, es greift nur nach einer feſten Hand; einer Hand, die zittert, mißtraut es. Das Kind ſchätzt inſtinktiv die phyſiſche Kraft und läßt ſich willig von ihr leiten, aber auch nur von einer ſolchen. Genau ſo iſt es auch auf dem Gebiete der Moral, auch hier kann nur die Sicherheit, die Feſtigkeit, die Kraft das Kind beeinfluſſen. Ein inneres Gefühl ſagt ihm, daß es nur in der Hand eines feſten Erziehers ſelbſt Sicherheit gewinnen kann.
Wir werden alſo einfach dem Kinde ſagen: Das darf man tun, jenes darf man nicht tun. Erklärungen hierzu geben wäre zwecklos, das Kind verſteht das doch nicht.
Grundſätze der kindlichen Moral ſind
1. Man muß gehorchen,
2. Man darf nicht lügen.
Sie ſind die weſentlichen Bedingungen für die Erziehung d. h. zur moraliſchen Vervollkommnung des Kindes. Wenn das Kind lügt


