Aufsatz 
Marcel Prévost als Jugenderzieher
Entstehung
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durchaus das Abſchließen der Kinder von anderen Kindern, obwohl er anerkennt, daß mannigfache Bedenken hiergegen geltend gemacht wer⸗ den können die beileibe durchaus nicht demſelben geſellſchaftlichen Kreiſe anzugehören brauchen. Auch deren Unterricht iſt wertvoll, ſchon aus dem Grundo, weil ihr Unterricht, wie Prévoſt ſcherzhaft meint, beſſer verſtanden und auch beſſer behalten werde. Sie werden mit allen ländlichen Arbeiten z. B. bekannt, hören manches Wertvolle über Land und Leute, Pflanzen und Tiere, kurz erſt hierdurch werden ihre bisher erworbenen Kenntniſſe belebt.

Natürlich werden die Kinder nicht den ganzen Nachmittag ſpielen dürfen. Sie werden es übrigens auch ſelbſt nicht tun, ſie verlangen nach Abwechſelung. Und Kinder dürfen ſich nicht langweilen.

Beim goütertrifft der Erzieher ſeine Schützlinge wieder, ſie werden ihn manches zu fragen haben, und gerne, ſehr gerne wird er ihnen ant⸗ worten. Dieſe vielenWarum die ja dem Kinde ſo eigen ſind, und die ſo Viele in ihrer paresse éducatrice als ärgerlich empfinden, werden von ihm in der größten Sorgfalt behandelt. Denn nichts iſt verkehrter, als kindliche Neugierde nicht befriedigen wollen. Man kann wohl nicht alle Fragen beantworten; vieles wird das Kind nicht verſtehen. Aber das ſchadet nichts, iſt im Gegenteil ganz gut. In ſolchen Fällen wird man dem Kinde ſagen: Ich werde dir darauf antworten, wenn du größer biſt; du haſt noch nicht genug gearbeitet, um das zu verſtehen. Auch das iſt eine koſtbare Antwort; denn auf dieſe Weiſe lernen Kinder ſich begnügen, und man wird ſo auch ferner der Gefahr enthoben, ſpäter einmal zu lügen, wenn Fragen geſtellt werden, die die Eltern nicht der Wahrheit entſprechend beant⸗ worten können.

Eine halbe Stunde des Abends vor dem Abendeſſen wird, um dem Kinde den Geiſt der Disziplin, der Ordnung einzupflanzen, noch einmalgearbeitet.

Auch hier zeigt ſich Prévoſt als praktiſcher Erzieher, der die Kinder wohl zu nehmen weiß. So unternimmt er z. B. im Geiſte mit ihnen an Hand der Karte Reiſen durch die Stadt, die Pro⸗ vinz, das Land. Das iſt ja für Kinder eine beſondere Freude; denn hier können ſie ihrer ſo recht kindlichen blühenden Phantaſie die Zügel ſchießen laſſen, könnenWahrheit mit Dichtung miſchen, können erzählen über wirklich Geſchautes. Natürlich darf das nicht zum leeren Geſchwätz ausarten, der tüchtige Erzieher wird darauf achten, daß das Unkraut im Garten des Geiſtes nicht zu üppig wuchert. Im übrigen will Prévoſt die Phantaſie durchaus nicht unterdrückt haben, er will