Aufsatz 
Marcel Prévost als Jugenderzieher
Entstehung
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15.

So erhalten die Kinder einen klaren Begriff von der Heimat und zwar in einer ſie andauernd feſſelnden Art, denn alles iſt Anſchauung, Leben, alles geht von der Erfahrungswelt des Kindes aus, es wird immer an Bekanntes angeknüpft.

Dieſe Kenntniſſe werden erweitert aber unter Vermeidung von unnötigem Ballaſt; es werden nicht viele Eigennamen gelernt; aber jeder Name, der gelernt wird, ſtellt eine Realität dar; den erſten Fluß, deſſen Namen das Kind behalten muß, hat es geſehen. Gewiß, es kann nicht alles geſehen werden, es lernt z. B. auch den Namen Seine. Dieſen Fluß hat es nicht geſehen, aber es weiß, daß das ein Flußlauf iſt, ähnlich dem benachbarten Fluß, nur viel größer.

Schließlich wird das Kind in den Gebrauch des Globus eingeführt.

Auf dieſelbe Weiſe gewinnen die Kinder auch die rechte Auf⸗ faſſung von dem BegriffZeit. Hier dient die Uhr, die im Arbeits⸗ zimmer hängt, als Ausgangspunkt. Die Kinder lernen zählen, die Zeit ableſen.

Auch das Barometer lernen die Kinder kennen; vor jedem Aus⸗ gang wird es ſtudiert, man will doch wiſſen, was für Wetter ſein wird; hier wird die Einführung alſo beſonders leicht ſein.

Mit dem Kompaß werden ſie ebenfalls vertraut gemacht. Nord und Süd ſind deshalb keine leeren Begriffe für ſie.

Wertvoll ſind ferner für die Kinder alle Arten von Handarbeiten.

Auch Spiele, in denen die Geduld geübt wird, ſind recht emp⸗ fehlenswert.

In dieſer Art verläuft der tägliche Unterricht. Natürlich dauert dieſer nicht lange; es genügt, wenn die Kinder ſich daran gewöhnen, 1 oder 2 Viertelſtunden dem Lehrer zuzuhören; ferner müſſen ſie während 12 Viertelſtunden ernſthaft arbeiten. Und hier empfiehlt Pr. beſonders Zeichnen nach dem Gedächtnis.

Bei all dieſem Unterricht hat der Erzieher immer die Aufgabe im Auge zu behalten, den Wortſchatz des Kindes zu bereichern, ſeine Redegewandtheit zu vervollkommnen.

Den übrigen Teil des Vormittags füllen körperliche Spiele aus. Da aber muß bei den Kindern immer das Bewußtſein aufrecht er⸗ balten bleiben, daß auch dies eine ernſte Arbeit ſei. Damit will Pr. in den kindlichen Geiſt den Gedanken einpflanzen, daß der Morgen die Zeit der Disziplin und der Anſtrengung ſei und daß man nur, wenn man am Morgen ſeine Pflicht getan, am Nachmittag frei und fröhlich ſein könne.

Der Nachmittag iſt frei; hier dürfen die Kinder frei umher⸗ ſtreifen, ſie ſind mit anderen Kindern zuſammen, Prévoſt verwirft