Aufsatz 
Marcel Prévost als Jugenderzieher
Entstehung
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andere ſtiefmütterlich behandelt werden darf, wenn anders nicht der ganze Betrieb ſtocken ſoll. Aber das PferdKörper muß viel früher ziehen als das PferdGeiſt, und deshalb gebührt ihm mit Recht in der erſten Kindheit der Löwenanteil der Pflege. Aber wieviele Eltern begehen den ſchweren Fehler, die Pflege des Geiſtes auf Koſten des Körpers mehr in den Vordergrund zu ſtellen. Der Körper ent⸗ wickelt ſich deshalb nicht mehr normal, und der Geiſt muß früher oder ſpäter darunter leiden. Das Reſultat einer ſolch verfehlten Erziehung iſt eine gewiſſe Frühreife. Aber abgeſehen ſchon davon, daß dieſe durchaus keinen Schluß auf die ſpätere Geiſtesentwicklung zuläßt ſie iſt nur geeignet, Eltern irrezuführen iſt ſie auch nicht ohne Bedenken. Schon Fénélon hat in weiſer Erkenntnis dieſer Wahrheit geſagt:l ne faut pas pousser les enfants, il faut les suivre. (Man ſoll die Kinder nicht treiben, man muß ihnen in ihren Nei⸗ gungen folgen).

Damit ſoll aber nicht geſagt ſein, daß man ſich bei der intellek⸗ tuellen Erziehung paſſiv verhalte, nein, der Erzieher ſoll ſorgfältig das Erwachen des kindlichen Geiſtes beobachten und dieſen in dem Maße, wie er ſich entwickelt, leiten. Von dieſer Entwicklung hängt die Auf⸗ nahmefähigkeit ab. Unſere Aufgabe iſt es, das kindliche Denken, die Fähigkeit zum Erfaſſen, Erfahren zu fördern; und das tun wir, indem wir die Quelle der Erfahrung, die Aufmerkſamkeit ſorgfältig pflegen, d. h. entwickeln und unabläſſig üben. Das Kind ſoll ſehen, hören, fühlen lernen. Dadurch wird es zu einem methodiſchen Be⸗ obachter, und damit iſt die Vorbedingung zum Erwerb eines klaren gediegenen Wiſſens erfüllt. Es handelt ſich alſo auf dieſer Stufe weniger um die Aneignung poſitiver Kenntniſſe, als vielmehr um die Mitteilung guter Gewohnhei⸗ ten. Und dazu gehört die Aufmerkſamkeit. Nicht flüchtig dürfen die Eindrücke aufgenommen werden, nicht ziel⸗ und planlos wird das Wiſſen gefördert, ſondern das Kind wird ſtets angehalten, ſein ganzes Denken auf einen beſtimmten Gegenſtand, auf einen beſtimmten Ge⸗ danken zu konzentrieren.

Wie geſchieht dies am beſten? Mehrere Mittel ſind uns hier gegeben.

Man laſſe das Kind z. B. einen beſtimmten Gegenſtand zeichnen; gewiß gibt es da kein Kunſtwerk; aber für eine gewiſſe Zeit iſt der kindliche Geiſt nur auf dieſen Gegenſtand eingeſtellt, es lernt ihn wirklich ſehen, wie ſchwierig das iſt, lehrt der Zeichen⸗