wieder übernehmen konnte.— Dagegen sah sich Gymnasiallehrer Dr. Walther gegen das Ende des Sommerhalbjahrs 1883 veranlasst, Urlaub zu nehmen, um einen klimatischen Kurort aufzusuchen. Seine Stelle wurde vom 22. Okt. 1883 bis 27. Sept. I. J. durch Herrn Dr. Karl Lindt verwaltet. Mit dem Beginn des bevorstehenden Winterhalbjahrs tritt Herr Dr. Walther wieder in seinen amtlichen Wirkungskreis ein.— Leider sah sich auch Gymnasiallchrer Dr. Kornmesser infolge einer Erkrankung, die er in seiner Pflichttreue etwas zu wenig peachtet hatte, am 4. Juli I. J. genötigt, seinen Unterricht zu unterbrechen und für einige Zeit um einen Urlaub nachzusuchen, den er in einem klimatischen Kurorte mit bestem Erfolg verlebt. Seine Stelle wird von dem Gymnasiallehramtsaccessisten Albert Henkelmann seit dem 4. Aug. J. J. verwaltet.— Herr Turnlehrer Völsing musste seit Mitte des August seinen Turnunterricht infolge eines Halsübels ausfallen lassen.— Auch die Gesundheit mehrerer anderer Lehrer unserer Anstalt war im letzten Jahre mehrfachen Störungen ausgesetzt.
3. Als Accessisten wurden bei unserer Anstalt beschäftigt: Viktor Geissner, vom 16. Aug. 1883 bis 27. Sept. 1884, Friedrich Noack, vom 22. Okt. 1883 bis Ostern 1884(wurde im Frühjahr 1884 Lehrer an der Realschule in Krefeld), Rudolf Drehwald und Wilhelm Fischer seit dem 11. Aug. l. J.— Gegen das Ende des laufenden Sommerhalbjahres trat für einige Wochen Gymnasiallehramtsaccessist Gustav Göckel bei uns ein, um dem Turn— unterricht mehrerer Klassen anzuwohnen.— Gymnasiallehramtsaccessist Friedrich Dingeldey unterbrach im Herbst 1883 den von ihm bei unserer Anstalt begonnenen Access, um seiner Militärpflicht zu entsprechen, und wird denselben im bevorstehenden Winterhalbjahr beendigen. — Gymnasiallehramtsaccessist Karl Stoltz, der im Winterhalbjahr 1883/84, nach Beendigung seines Accesses, freiwillig einige Stunden bei uns erteilte, wurde durch Verfügung vom 3. Jan. 1884 als prov. Lehrer an die Realschule zu Mainz versetzt.
4. Der Unterzeichnete hatte die Freude, schon vor seinem Eintritte in unsere Anstalt sowohl den Gymnasialklassen als auch den Klassen der Vorschule wieder etwas mehr Raum und Luft zu verschaffen. Es gelang ihm, die in den Gebäuden des Gymnasiums nur mangelhaft beherbergte Vorschule in die Räumlichkeiten der früheren Reinhardtschen Schule(Schulstrasse 9) unterzubringen. Diese waren vorher teils von der Ackerbauschule des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Starkenburg, teils von dem Herrn Fabrikanten van den Kerkhoff, teils von dem Schreinermeister Ph. Schmitt benutzt. Es war nun eine ausserordentliche Freundlichkeit der genannten Mieter, dass sie sich auf unsere Bitten bereit fanden, rasch aus den von uns gewünschten Lokalen auszuziehen, damit dieselben gründlich repariert werden konnten. Ausser den Genannten sprechen wir dem Präsidenten des landw. Vereins Herrn Geheimerat Dr. Gold- mann und dem Lehrer der Ackerbauschule Herrn Stimmel für die unserer Vorschule und dem Gymnasium erwiesene Gefälligkeit wärmsten Dank aus. Der jetzige Besitzer der ehe- maligen Reinhardtschen Schulgebäude, Herr M. Fulda, peschleunigte die erforderlichen Neubauten in anerkennenswerter Weise. Das Grossherzogliche Ministerium bewilligte uns aus den vor-— handenen Einnahmeüberschüssen der Vorschule die erforderlichen Mittel, um die sechs Säle der Vorschule mit neuen Likrothschen Normalschulbänken und allem erforderlichen Apparat vor- züglich auszustatten. Durch Verfügung vom 19. April 1884 wurde der Schulverwalter Georg Eck zum fünften Lehrer unserer Vorschule ernannt; am 22. desselben Mts. trat er in seinen Dienst ein. Wir unterlassen nicht, auch der Behörde unseren besonderen Dank für die För-— derung aller Angelegenheiten der Vorschule auszusprechen.— Die Ausquartierung der Vorschule


