Aufsatz 
Die Erdbeben des vorderen Kleinasien in geschichtlicher Zeit
Entstehung
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19) Den Oberlehrern Dr. Flach und Dr. Adam verlieh der Herr Unterrichtsminister unter dem 29. November in Anerkennung ihrer Leistungen den Professortitel.

20) Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1890 bis zum 7. Januar 1891.

21) Am 23. Januar unterzog Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer das pädagogische Seminar einer eingehenden Revision. Derselbe wohnte einigen Lektionen des Direktors und der Seminar- lehrer und den Unterrichtsstunden sämtlicher Kandidaten bei und nahm darauf an einer auſserordentlichen. Seminarsitzung teil. Am Abend erfreute er durch seinen Besuch den in der Turnhalle übenden Gymnasial- Turnverein, an dessen Mitglieder er eine sie ermunternde und ihre Bestrebungen anerkennende Ansprache hielt.

22) Am 27. Januar wurde in der Turnhalle das hohe Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs durch Gesang, Deklamation und Rede gefeiert. Der Oberprimaner Max Paehler sprach in einem freien Vortrage über das Leben des Generals v. Seydlitz. Der Gymnasiallehrer Dr. Heil hielt die Festrede, welche die Kolonisationsbestrebungen des grolsen Kurfürsten zum Gegenstand hatte. Er schlols mit einem Hoch auf Seine Majestät, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten.

23) Zur Erinnerung an den Sterbetag des hochseligen Kaisers Wilhelm I. veranstaltete die Schule am 9. März in der Aula eine Feier, bei welcher der Gymnasiallehrer Fritze die Gedächtnisrede hielt. Zum Schluls wurden die Abiturienten durch den Direktor aus der Anstalt entlassen.

24) Die unter den Schülern des Gymnasiums bestehenden, vom Direktor beaufsichtigten Vereine haben im abgelaufenen Schuljahre sich in erfreulicher Weise weiter entwickelt und ihre Zwecke eifrig gefördert. Die beiden Stenographen-Yereine feierten ihr Stiftungsfest durch ein geselliges Zusammen- sein mit den Familienangehörigen in Sonnenberg am 2. August und am 11. Oktober. Der Musikverein gab unter der Leitung seines Dirigenten, des Gesanglehrers Schmitt, ein kleineres Konzert in der Halle auf dem Neroberg am 9. August und ein gröſseres am 20. Dezember in der Turnhalle. Aulserdem wirkte er bei einem Feste mit, welches der Gymnasial-Turnverein zur Feier seines zehnjährigen Bestehens am Abend des 7. Februars 1891 veranstaltete. Als nämlich dieser durch den Turnlehrer Güll ins Leben gerufene und gegenwärtig 105 Schüler der Sekunda und Prima umfassende Verein im Oktober 1890 auf ein volles Dezennium zurückblicken konnte, wurde unter seinen Mitgliedern der Wunsch rege sich der bisherigen günstigen Entwicklung einmal im Kreise der Familien zu freuen und daher dem Direktor die Bitte um Gestattung einer besonderen Feier ausgesprochen, wozu derselbe in der Hoffnung seine Einwilligung gab, dals die turnerischen Neigungen der Schüler hierdurch eine weitere Stärkung erfahren würden. Da die Turnhalle des Gymnasiums für den Zweck nicht ausgereicht hätte, so wurden die schönen Räume des Männer-Turnvereins benutzt, die der Vorstand in entgegenkommendster Weise zur Verfügung gestellt hatte. In Gegenwart eines aufserordentlich zahlreichen Publikums trug zunächst der Musikverein eine Sonate(Op. 33 von Diabelli) vor; es folgten ein Aufmarsch mit Musikbegleitung und Eisenstab- übungen; dann wechselten musikalische und turnerische Vorführungen miteinander ab. Die Geräteübungen wurden in der Form des Gemein-, des Riegen- und des Kürturnens an Reck, Barren, Pferd, Kasten und Sprunggestell vorgenommen. Den Beschluſs bildeten Stoſsfechten, Turnspiele und ein Reigen nach der Melodie:Turner zieh'n froh dahin. Den Leistungen der beiden Vereine wurde seitens der erschienenen Gäste lebhafter Beifall gespendet. Der Direktor richtete an die Versammlung eine längere Ansprache, die von Mitgliedern der Gymnasial-Stenographen-Vereine nachgeschrieben wurde. Dieselbe ist s. Z. im Rheinischen Kurier No. 42 und 43 auf mehrseitig geäuſserten Wunsch hin ihrem Wortlaute nach veröffentlicht worden, weshalb von einer eingehenderen Wiedergabe an dieser Stelle abgesehen werden kann. Nur soviel sei erwähnt, dals der Redner nicht blols auseinandersetzte, in welcher Weise seitens des hiesigen Gymnasiums seit Jahren der Sorge für die Gesundheit und die körperliche Kräftigung des heranwachsenden Geschlechtes Rechnung getragen worden sei, sondern dals er auch Fehler der heutigen häuslichen Erziehung in besonderer Berücksichtigung der Wiesbadener Verhältnisse darlegte und die Frage erörterte, worin die wahren Ursachen für die wachsende Nervosität der Jugend zu suchen seien und durch welche Mittel dem Ubel entgegen getreten werden müsse. Er empfahl eifrige Förderung der turnerischen UÜbungen und insbesondere der Bewegungsspiele, ersuchte die Anwesenden um geneigte Mitwirkung, daſs die erforderlichen Spielplätze in unserer Stadt beschafft würden, und schlols mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König, welcher die Aufgabe der Schule die Jugend körperlich zu stählen so nachdrücklich petont, habe. Der Berichterstatter, hofft im nächsten Programm günstige Mitteilungen darüber machen zu können, welchen Erfolg die von ihm ausgegangenen Anregungen gehabt haben.