Aufsatz 
Über Sophokles Aias / von Weismann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4⁷

und Geliebtesten aber schien den Alten ein umgesebiedener gern und willig unmittelbare Leistungen empfangen zu können. 4

38. zu S. 18 Z. 3 v. u. Den Parömiacus Aixντοο, 6r réreωα haben seit Dindorf alle Herausgeber als unächt verworfen; nur Lobeck hat ihn beibehalten, ohne ihn aber genügend zu

rechifertigen. So wie er da steht, kann er gewiss keine Anerkennung finden, da diese scharfe Markirung der Zeit, ör, ſy, rrε †φαχσν, völlig zwecklos sein würde. Dieser Uebelstand fällt aber weg, wenn

man mit Aenderung eines einzigen Buchstabens 160e statt xG-e schreibt. Dann beschliesst der Vers sehr passend die Rede des Teukros mit einer energischen Bekräftigung des nach Gebühr dem Todten gezollten Lobes. Wie leicht nach vorausgegangenem öre das 760° in ο-e verschrieben werden konnte, ist nicht zu verkennen. Der Corruptel des vorletzten Verses lässt sich abhelfen, wenn man xοιεν

roote oder wohl noch besser mit Schneider aυςενι τ⁵ςm1mππαω schreibt.

39. zu S. 19 Z. 3 v. u. Dies hat Rothe gethan in dem Anmerk. 30 erwühnten Programm.

40. zu S. 20 Z. 12. Die einzige Stelle, welche für diese Ansicht angeführt werden kann, ist V. 952 f. Aber ꝙp̃reðet ist dort, wie mir scheint, nicht auf das Waffengericht, sondern vielmehr auf den Wahnsinn des Aias zu beziehen, indem der Gedanke sehr nahe liegt, dass Athene dadurch ihren Liebling Odysseus habe retten wollen. Jedenfalls aber, wenn man hier auch an das Waffengericht denken wollte, würde doch die Einwirkung der Athene auf dasselbe nicht als eine Strafe für Aias, sondern als eine Begünstigung des Odysseus bezeichnet sein(00 νσέσσ mQᷣιἀα)]. Auch Homer weiss nichts von einer Einwirkung der Athene auf den Spruch der Richter; denn Odyss. XI, 547 ist nach Aristarch ein späterer Zusatz. Ist meine Ansicht in dieser Sache richtig, so ergibt sich von selbst, dass Schneidewin's Conjectur wν6ν ε εεέοφσ νν(V. 756) nicht nur unnöthig ist, sondern auch den Verhaltnissen,

wie der Dichter sie aufgefasst hat, widerstreitet.

Nachtrag zu Anmerkung 25.

Gerade vor Beendigung des Druckes erhalte ich das neueste Heft des Rheinischen Museums für Philologie(Neue Folge, Jahrg. 8, Heft 2). Darin steht auf S. 211 220 ein Aufsatz von R. Enger über zwei Scenen im Ajas des Sophokles. In dem zweiten Theile desselben entscheidet sich der Ver- fasser, ebenso wie ich es gethan habe, für einen Scenenwechsel nach V. 814. In dem ersten Theile verwirft er die stumme Scene, wie Welcker sie während des ersten Stasimon angenommen hat, nicht minder aber die gewöhnliche, auch von mir gebilligte Ansicht, dass dieses Stasimon von dem Chore bei leerer Bühne gesungen werde. Statt dessen stellt er die Ansicht auf, dass Tekmessa mit ihrem Sohne auf der Bühne bleibe und Aias allein sich in sein Zelt verschliesse. Ich gestehe, dass die für diese Modification der Welcker'schen stummen Scene angegebenen Gründe mich nicht überzeugt haben. Der hauptsächlichste ist von Welcker selbst entlehnt, dass es nämlich widersinnig sein würde, wenn Aias, nachdem er sein eignes Herz und die flehentlichen Bitten der Tekmessa mühsam bekämpft hat, jetzt mit dieser sich in das Zelt einschlösseum ihren Vorstellungen und seiner Zärtlichkeit freien Lauf zu lassen und andere Gedanken anzunehmen. Ich glaube aber nicht, dass Aias nach der scharfen Zurückweisung, so lange er ruhig in dem Zelte blieb, weiteres Andringen von Seiten der Tekmessa zu fürchten hatte; mit ängstlicher Besorgniss