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des ινοο(vergl. Bode, Gesch. der lyr. Dichtkunst der Hellenen, I, S. 77 ff.). Der Linosgesang Clivog, ailivog, 0lro*νιmοο) ist ein volksthümlicher Klagegesang, ursprünglich um den Tod des gefeierten jugendlichen Sängers Linos, dann überhaupt um die herbe Vernichtung jugendlich frischen Lebens. Dass derselbe zumeist einen sanft wehmüthigen Charakter gehabt habe, geht aus seiner Anwendung selbst bei fröhlichen Festen hervor(Hom. II. XVIII, 570; Hesiod. fragm. CCXIV Marck- scheffel, XCVII Göttling; Bode, S. 80; 0O. Mäller, Dorier I, S. 347, u. griech. Liter. I, S. 18, N. 1), wie denn das Volk es zu allen Zeiten geliebt hat mitten in dem Jubel der Festfreude die ernsteren Töne sanfter Wehmuth durchklingen zu lassen, gleichsam um durch den Contrast das Behagen des Daseins sich zu erhöhen. Der von Wunder dagegen mit Berufung auf Pausan. IX, 29, 3 erhobene Einwand(allινοα de luetu medioeri dici non potest) scheint auf einer Missdeutung des von Pausanias gebrauchten Ausdrucks dxαιεσονðπιοò ν πιυνννιονςσ ερι τ ‿div zu beruhen, welchen Bode richtig so versteht: als die Klage um Linos immer weiter und weiter erschallte. Doch mochte unter Umständen der Linosgesang allerdings auch einen heftigeren, leidenschaftlicheren Ton annehmen, was mit Rücksicht auf Eurip. Phön. 1519 nicht wohl in Abrede zu stellen ist. Immmerhin aber blieb es ein Klagegesang um einen geliebten Todten; und sowie selbst der tiefsten Trauer um einen solchen die Erinnerung an dessen ungetrübten Werth einen mildernden, sänfligenden Balsam beimischt, so wird auch die Klage um ihn stets einen verhältnissmässig milderen und sanfteren Charakter tragen, gegenüber den schrillen Schmerzensrufen, wie sie durch Schmach und Schande, gehäuft auf ein geliebtes Haupt, dem verzweifelnden Herzen abgepresst werden. In diesem sinne, glaube ich, wird in unserer Stelle der ilενοο mit der Klage der trauernden Nachtigall zusam-
men- und den öur6νοισ σας der Mutter entgegengestellt. Müsste sie Aias als todt beweinen, nachdem er in glorreichem Heldenkampf gefallen, so würde ihr Schmerz und ihre Klage um vieles weniger scharf und schneidend sein als jetzt, da er im Wahnsinn sich selbst in unauslöschliche Schmach gestürzt hat. Vergleiche die Worte des Chors in der zweiten Antistrophe: οεκιςσσρν αeς A2i⁵ αεν˙σππ ⁶ vOGοννvðú derx⸗ etc. Die Wiederholung des ilενον, woran auch Lobeck Anstoss genommen hat, insofern es zu dem negativen, also dem minder bedeutsamen Satzgliede gehören soll(quod haec res est minoris momenti nee sutis digna epanadiplosi), verliert alles Auffallende, wenn man bedenkt, dass der wieder- holte Ausruf al Aivoy, al Alvov dem Linosgesang wesentlich war(vergl. das oben erwähnte Fragment des Hesiod; Aeschyl. Agam. 121, 139, 159; Eurip. Orest. 1395), ebenso wie in den gleichartigen Adonis- liedern das l τ νôc und d τινd(vergl. Bion. Epitaph. Adon.), in den Apollinischen Päanen das à*⁷) ITui⁴eν vielfach wiederkehrte.„Die Mutter des Aias wird nicht al Aivov, α Aio rufen,“ d. h. ihn nicht wie einen Todten beweinen. Noch weniger stichhaltig ist Hartung's Einwand, dass, falls auch iltvov unter die Verneinung zu stellen wäre, es statt oë⁵ nothwendig obte heissen müsste. Ich halte vielmehr nur 00E, nicht obre, hier für zulässig, weil hier keine Partition stattndet, sondern vielmehr synonyme Ausdrücke aneinandergefügt werden; vergl. K. Fr. Hermann ad Lucian. de hist. conscr. c. 45; Franke, de usu particularum o0 et obre, Rintelii 1833,§. 11 u.§. 20.
28. zu S. 13 Z. 9 v. u. Von der Richtigkeit der entgegenstehenden Ansicht Welcker's, wonach Aias mit dieser Rede keineswegs eine Täuschung der Seinigen beabsichtigt, sondern in derselben durchweg die reine Wahrheit, wenn auch in schonend verhüllender Form, ausspricht und andrerseits eine in ihm


