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etwas verdeckten Leichnam zu bemerken. Während sie noch die Vergeblichkeit ihres mühevollen Suchens beklagen, erschallt aus dem nahen Gebüsch der Weheruf der Tekmessa. Sie, die den Aias am meisten liebte, musste auch seinen Leichnam finden. Naturgemäss äussert sich die Trauer des Chors mehr als Besorgniss um sein eigenes Geschick und als Mitgefühl mit dem Schmerze der Tekmessa, während diese, so sehr sie sich auch durch den Verlust dessen, der ihr Alles war, vernichtet fühlt, doch vorzugsweise um das traurige Loos Klage erhebt, welches dem Helden zu Theil geworden. Darum hat auch allein der Gedanke etwas Tröstliches für sie, dass der Tod für Aias erwünscht gewesen, dass der Held den Göttern, nicht feindseligen Menschen erlegen sei, dass diese deshalb keine Veranlassung hätten seiner zu spotten. Die Sorge, die zunächst sie quält, ist die, dass Aias der ehrenden Bestattung entbehren möge. Sobald sie dieser durch Teukros Ankunft überhoben ist, versenkt das Uebermass des Schmerzes sie in stummes Schweigen, das sie während des ganzen weiteren Verlaufs der Handlung mit keinem Worte mehr bricht ³⁷..
Das Gerücht von Aias Selbstmord hatte sich durch das ängstliche Suchen und Fragen der Seinigen schon im Lager verbreitet. In banger Besorgniss, gequält von dem Gedanken, dass er selbst durch seine Abwesenheit, wenn auch unabsichtlich, das Schicksal seines Bruders mitverschuldet habe(V. 978 d 1)urr6 dud-e u. V. 1007), war Teukros sofort aufgebrochen um diesen zu suchen. Jetzt, da er die schreckliche, Gewissheit findet, bricht er in schmerzlichen Klageruf aus. Doch nur für einen Augenblick. Gleich kommt dem treuen Manne der Gedanke an den kleinen Eurysakes, dessen Be- schützung nun ihm oblag, und er sendet die Mutter weg um denselben zu holen. Dann erst gibt er sich im Anblick des Leichnams, den er sanft von dem Schwerte löst(nach V. 1024) und dabei mehr vor den Blick der Zuschauer bringt, ganz der bitteren Erwägung des Verlustes hin und des Unglücks, das sich weiter für ihn daran knüpfen wird. Doch ermannt er sich zuletzt zu ruhiger Fassung durch die Betrachtung, wie jedes Geschick, das den Ssterblichen treffe, von den Göͤttern verhängt sei. Auch den Zuschauer überkommt eine mildere Ruhe, wie sie der Gedanke an eine höhere Leitung unserer Schicksale gewährt. Da nahet, aus dieser Ruhe jählings aufstörend, wenn auch nicht ungeahnt, doch bis jetzt unbeachtet, eine neue Gefahr, Verunehrung dessen auch noch im Tode, dem im Leben die Ehre stets das Höchste gewesen. Menelaos erscheint und verbietet in anmasslichem Herrschertone die Bestattung des Leichnams. Nur schlecht verbirgt sich hinter der breiten Auseinandersetzung, wie ohne strengen Gehorsam und ehrerbietige Unterordnung gegen die Staatsgewalt kein Staat bestehen könne, die leidenschaftliche Rachsucht und die kleinliche Freude, an dem im Tode zum Meister zu werden, dessen Ueberlegenheit er im Leben bitter empfunden. Nicht wundern kann es uns, dass Teukros, statt eine ver- söhnende Ausgleichung zu versuchen, diesen niedrigen Sinn, diesen auf keine innere oder äussere Berech- tigung gestützten Anspruch als Gebieter zu gelten, mit scharfem Hohne züchtigt. Gänzlich geschlagen zieht Menelaos in gesteigerter Erbitterung sich zurück um Gewalt gegen Teukros aufzubieten.
Dem misstönenden Hader folgt, die ängstliche Spannung mildernd, ein traurig friedlicher Moment. Tekmessa kommt mit dem Knaben zurück und Teukros lässt denselben als Schutzflehenden, gleichwie auf den Stufen des Heiligthumes, neben dem väterlichen Leichnam niedersitzen und diesen selbst anfassen; in die Hand gibt er ihm als Zeichen des Schutzflehens statt des Oelzweiges eine Locke von dem Haupte des Kindes selbst, von dem der Tekmessa und dem eignen und spricht den feierlichen Fluch aus, dass, gleichwie er jetzt diese Locken abschneide, der elend und schmachvoll ausgetilgt sein solle aus dem Leben, der dennoch es wagen würde mit frevelnder Hand das Kind hinweg zu reissen. Diese rührende
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