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rechne ich mit zu jenen leise komischen Zügen, welche Sophokles bei den niederen Personen seiner Dramen anzubringen liebt, eben um ihre niedere Sphäre und Geltung zu bezeichnen ³²¹); zu gleicher Zeit aber wird durch diese für den eigentlichen Zweck der Botschaft allerdings minder erhebliche Mittheilung die Stim- mung des Heeres gegen Aias veranschaulicht und auf diese Weise einerseits das Ausbleiben des Teukros, der diese Stimmung bekämpfen musste, motivirt, andrerseits auf den in der Schlussscene gegen den Todten ausbrechenden Sturm der Erbitterung vorbereitet. Warum aber lässt der Dichter die Tekmessa nicht sogleich heraustreten und vermeidet dadurch die Dilogie? Denn aus dem blossen Bestreben die Sache hinzuziehen, damit Aias sich getödtet haben könne, che die Seinigen ihn finden, kann man auch dies, ebenso wie das Tanzlied, unmöglich erklären, ohne die hohe Kunstvollendung der Sophokleischen Dichtung in Abrede zu stellen. Unaufgefordert konnte Tekmessa nicht heraustreten, theils wegen des Befehles, den Aias ihr ertheilt hatte, theils weil es ihrem Zustande ruhebedürftiger Erschöpfung(V. 787 f.) nicht angemessen war. Dass der Bote, als er hört, Aias sei fort, nicht nach ihr verlangt, sondern dem Chor seinen Auftrag mittheilt, erklärt sich daraus, dass die kriegsgefangene Genossin des Aias nicht eine solcho Stellung einnahm, dass der Satz coεςα ακνυννσανιοασι ν³ τάνπτπσα ν oπνeονν ⁄⁶ auf sie gepasst hätte. Auch ein sehr natürliches Zartgefühl musste ihn dahin bringen seine traurige Mittheilung lieber dem Chor als dem unglücklichen Weibe zu machen. Der Chor hat aber offenbar nicht eher Veranlassung Tekmessa herauszurufen, als bis er vollständig weiss, wie die Sache steht. Ergibt sich hiernach einerseits, dass das spätere Erscheinen der Tekmessa in den Verhältnissen vollständig begründet ist, so ist auf der andern Seite nicht zu verkennen, dass es für die Zwecke des Dichters durchaus nöthig war. Denn in Gegenwart der Tekmessa konnte er den Boten unmöglich die früheren Verirrungen des Aias erzählen lassen. Und doch sind gerade diese Mittheilungen durchaus nothwendig um uns auf die Scene des Selbstmordes vorzubereiten und in die Stimmung zu versetzen, wo das Unglück des Helden beklagenswerth, aber durch eigene Schuld herbeigeführrt erscheint. Der Dichter hat sich aber weislich gehütet die Dilogie auf eine für den Zuschauer ermüdende Weise ausführlich werden zu lassen und hat damit zugleich den liebekräftigen Charakter der Tekmessa treu gewahrt, die nicht lange forscht und fragt, sondern, sobald sie nur die Hauptsache weiss, mit rascher Energie alles aufbietet, was vielleicht den theuren Mann noch zu retten vermag.
Nachdem alle Anwesenden sich entfernt haben, wechselt die Scene und wir werden in eine einsame Waldgegend versetzt ²²). Aias hat sein Schwert mit dem Hefte in die Erde festgesteckt um sich hinein- zustürzen und so sein Leben zu endigen. Man könnte zweifelhaft sein, ob der Selbstmord des Aias wirklich vor den Augen der Zuschauer stattfindet, da es sonst im Allgemeinen Sitte der griechischen Tragiker ist solche schreckliche Scenen dem Anblick zu entziehen und das Geschehene blos durch Boten verkündigen zu lassen. Aber der von Hesychios mit Bezug auf unser Stück(er sagt zwar blos&y Aicvrt, ohne Sophokles als Verfasser zu nennen; hätte er aber die Tragödie eines minder berühmten Dichters gemeint, so würde er gewiss dessen Namen zugefügt haben) erwähnte Gebrauch des Gνυαασααασσυν, einer Theaterwaffe, deren Klinge sich in den Griff zurückdrängen liess, und insbesondere der Beiname ꝗꝓ†œανευονς, den man der Erzählung des Scholiasten zufolge dem Schauspieler Timotheus gab, weil er in dieser Scene ijye voðg Seurdg ncνι sεꝓσυνασ&mά³υeꝓνκι τ υmνοsνσισe, zeigt deutlich, dass Aias wirklich vor den Augen der Zuschauer sich in das Schwert stürzte. Dafür spricht auch unverkennbar der Umstand, dass, wenn Aias einen für die Zuschauer verdeckten Platz zur Ausführung seiner That erwählt hätte, ein Hervortreten


