— 14—
dem Leben Konrads(40 Kapitel) der Proſa; aber die Elegie auf den Tod des Kaiſers, die den Schluß bildet, und die häufig ein⸗ geſtreuten Hexameter, vor Allem das dichteriſche Gepräge, das ſeine Proſa trägt, bekunden den vertrauten Liebling der Muſen. Einige kurze Stellen mögen zum Belege dienen, wie unbefangen und ſelbſtſtändig er felbſt dem Kaiſer und dem Klerus gegenüber die Ereigniſſe beurtheilte. So macht er(Kap. 11), als Konrad ſeinem Stiefſohn Ernſt die Abtei Kempten zu Lehen giebt, die Bemerkung:„obgleich es gegen göttliches und weltliches Recht ging, ein freies Beſitzthum anders als durch Freie verwalten zu laſſen.“ So nimmt er(Kap. 26) den König Stephan von Ungarn in Schutz, als dieſer verwüſtend ins Land der Bayern einfällt,„weil die Schuld an den Bayern gelegen habe.“ Als nun Konrad gegen den König zog und dieſer in ſeiner Noth, der Hülfe Gottes allein vertrauend, im ganzen Reiche Gebete und Faſten anordnete, bemerkt Wipo ganz ehrlich:„der Kaiſer wagte nicht, in das durch Flüſſe und Wälder ſo treff⸗ lich geſchützte Reich einzudringen.“ Und wie alsdann des Kaiſers junger Sohn auf den Rath ſeines Erziehers, des Biſchofs Engelbert von Freyſingen, ohne Wiſſen des Kaiſers und nur mit Zuſtimmung der Reichsfürſten dem bittenden Stephan Frieden gewährte, fügt der Chroniſt hinzn:„er han⸗ delte gerecht und weiſe, da er einen unſchuldig gekränkten König, der von freien Stücken um Gnade bat, wieder in Frieden und Freundſchaft aufnahm.“ Als er(Kap. 36) über den furchtbaren Sturm berichtet, der bei Corbetta in der Nähe von Mailand am Pfingſtfeſte(29. Mai 1037) das Belagerungsheer des Kaiſers plötzlich bei heiterem Himmel mit Blitz und Donner überfiel und einen großen Theil der Menſchen und Pferde vernichtete, während Leute außerhalb des Lagers nichts gehört noch geſehen zu haben behaupteten, leitet er die Erzählung mit den Worten ein:„dort ereignete ſich etwas, was Manche für ein Wunder hielten.“ Die Lebensbeſchreibung ſchließt mit den naiven Worten:„Das haben wir in Kurzem von den Thaten


