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des Kaiſers Konrad geſchrieben. Sollten wir etwas ganz un⸗ berührt gelaſſen haben, ſo möge man uns glauben, daß es uns nicht zu Ohren gekommen ſei. Wenn aber etwas kürzer be⸗ handelt iſt, als es die Größe der Thaten verlangte, ſo ver⸗ ſichern wir der Wahrheit gemäß, daß es zur Becquemlichkeit des Leſers geſchehen ſei.“
Wenden wir uns nun zu den hiſtoriſchen Ereigniſſen, in denen unſer Drama die ergreifendſte Epiſode bildet.
Kaiſer Heinrich II., der letzte des ſächſiſchen Stammes, ſtarb auf ſächſiſchem Boden in den Mauern von Grona, am 13. Juli des Jahres 1024, 52 Jahre alt; ſeine irdiſche Hülle wurde in ſeiner Lieblingsſchöpfung, im Dome zu Bamberg bei⸗ geſetzt, in dem 9 Jahre ſpäter auch Kunigunde, die würdige Kaiſerin, neben dem Gemahl ihre Ruheſtätte fand. Die uner⸗ meßlichen Schaaren, die herbeiſtrömend ihre Thränen miſchten in die glanzvoll würdige Trauerfeier, bezeugten, daß, wie ein Geiſtlicher jener Zeit ſchreibt,„die Blüthe der Menſchheit, der Glanz des Kaiſerthums, der Leiter der Kirche Gottes, der fried⸗ fertige Vorkämpfer der Chriſtenheit“ dahingeſchieden ſei. Und in der That, er war ein Kaiſer, der ſich mit Recht ſeinen großen Vorgängern, Heinrich I. und Otto I., an die Seite ſtellen durfte. Seiner Geſinnung und Neigung hätte, es mehr entſprochen, die kirchlichen und ſtaatlichen Ordnungen ſeines Reiches zu regeln, durch die Macht des Geſetzes der Willkür zu ſteuern und das Königthum als die Alles beſchützende, Alles leitende Gewalt im Frieden zu befeſtigen. Aber faſt 20 Jahre hindurch mußte er für ſeinen Thron und den Beſtand des Reiches die Waffen gezückt halten. Und fürwahr, nicht ohne Ruhm hat er ſie geführt. Das abgefallene Italien unterwarf er von Neuem; im Morgen und Abend ſicherte er die Grenzen des Reiches; die Erwerbung Burgunds bahnte er an; drei große Kriege beſtand er gegen Boleslaw Chrobry von Polen, den größten Eroberer der Zeit, und nöthigte ihn auf's Neue die Vaſallenpflicht anzuerkennen. Den kriegeriſchen Geiſt unſres


