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H H C. H.“. 319 2 6026(GR) N. und deſſen empiriſches Symbol 3
Me=Cen nhee nt C..N. iſt. Die Entdeckung dieſes Körpers,
X 7, der in Verbindung mit Säuren, vorzüglich mit
6=0C Eſſigſäure, jenen prachtvoll rothen Farbſtoff, das
HN— NII 1 Fuchſin, liefert, ermöglichte eine Klarſtellung der
8 2„ Vorgänge bei der Anilinfarbenfabrikation und in
0— C 0— C Folge davon eine rationellere Bereitungsweiſe an
c X h. X Statt der bisherigen rein empiriſchen Methoden.
H P C CN Hirrl Eben ſo wichtig in theoretiſcher wie practi⸗ e 8 6 C ſcher Hinſicht ſind die Unterſuchungen der Derivate
X 5 des Naphtalins und Anthracens, jener in den
H CH CH H ſchwer flüchtigen Theilen des Steinkohlentheers ent⸗ haltenen Kohlenwaſſerſtoffe. Die Structurformel des letzteren, welche die Beziehung zu dem Benzol erkennen H H Hf H läßt, iſt beifolgende. Dieſer Körper hat in neueſter Zeit eine 8 A. K8 2 hervorragende Wichtigkeit erlangt, inſofern er den Ausgangs⸗
0=C 0=0C punkt zur künſtlichen Gewinnung des Krappfarbſtoffes, des
5 ⁸. X Alizarins, bildet. Die künſtliche Darſtellung des Alizarins IIſ 6—0 C=— H durch Gräbe und Liebermann iſt ein hoher Triumph der I— 6 1 cf chemiſchen Wiſſenſchaft und hat dadurch auch eine reelle Bedeu⸗
2 8 2 tung, daß jene großen Landſtrecken, welche zum Anbau des
H 0=C H Krapps dienen, einer beſſeren Beſtimmung zugewieſen werden
N können. Sie hat die Zuverſicht der Chemiker nicht wenig
H H gehoben, in nicht zu ferner Zeit noch andere werthvolle Han⸗
delsartikel auf billige Weiſe künſtlich hervorzubringen; hierbei ſind beſonders ins Auge gefaßt der Indigo, der Rohrzucker und das Chinin. Dieſe Zuverſicht erwächſt aus der Kenntniß der Zuſammenſetzung und der Reactionen dieſer Körper, aus den Reſultaten der Vergleichung mit andern Körpern, welche als Ausgangspunkte oder Zwiſchenſtationen der Darſtellung angeſehen werden können, und endlich aus der Bekanntſchaft mit den experi⸗ mentellen Methoden, von den Molecülen gewiſſe Atome oder Atomgruppen abzuſpalten und dafür andere Atome oder Gruppen, wie Hydroxyl, Methyl, die Nitro⸗, die Amidogruppe ꝛc. einzuführen.
Oben wurde erwähnt, daß durch Einführung der Nitrogruppe in das Benzol und deſſen Homologen die Nitroverbindungen und durch Austauſch der erſteren gegen die Amidogruppe Anilin und deſſen Homologen entſtehen. Unter gewiſſen Umſtänden kann jedoch dieſe Reaction anders verlaufen, ſo daß an Statt der Amidoderivate eigen⸗ thümliche, theoretiſch bemerkenswerthe Stickſtoffverbindungen, die Azoderivate, auftreten. Denken wir uns zwei Molecüle Nitrobenzol einem reducirenden Agens ausgeſetzt, ſo kann unter beſtimmten Verhältniſſen die Reduction gerade dann unterbrochen werden, wenn aus den Nitrogruppen aller Sauerſtoff entfernt iſt. In dieſem Falle ſind die außerhalb des Ringes befindlichen zwei Affinitäten der Stickſtoffatome beider Molecüle ungeſättigt, und ſie legen ſich mit dieſen an einander, ſo daß an Statt der zwei Molecüle Anilin ein Molecül Azobenzol entſteht, in welchem
H H H H demnach die Stickſtoffatome die Rolle haben, die beiden 5. 7 5 4 Nitrobenzolreſte zu einem Molecül zu vereinigen, wie aus g, n G ℳ G beiſtehender Structurformel zu erſehen iſt. Durch eine H G OC=N= N= GC C— H weeiter gehende Reduction, d. h. eine Zufuhr von 4 Waſſer⸗ N A. X S ſtoffatomen kann eine Trennung bewirkt werden, indem 0— 0 0—0 ſich dieſe zu je zwei an jedes Stickſtoffatom anlegen, ſo 4 8 7. daß zwei Molecüle Anilin entſtehen.


