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Durch Einwirkung von Jodmethyl, Jodamyl auf das ſo erhaltene Aethylamin bekam er die ſog. Polyamine.
H H H Ammoniak H Ammoniak H H CH. CH. H' 5 Aethylamin H 1N Methylamin HI f Cel. CH H. X Diäthylamin GII. X Methyläthylamin H*] H. CeHl, CH G.r. 8 Triäthylamin G.Il, N. Methyläthylamylamin. CH, C. Hu
Durch dieſe feſtbegründeten Thatſachen und deren Auffaſſung war nunmehr eine Grundlage hergeſtellt, auf welcher die ſchon früher genannte Verſchmelzung der Subſtitutions⸗ und Radicaltheorie zur neueren Typen⸗ theorie erfolgen konnte. Das Wort Radical galt jetzt als Bezeichnung für einen Atomcomplex, der unverändert aus einer Verbindung in eine andere übertreten kann, deſſen Atome ſich in dem Molecül der neuen Verbindung nicht beliebig lagern, ſondern in demſelben„einen beſtimmten Platz und eine geſonderte Individualität bewahren, die durch die Formel ſelbſt bezeichnet wird“. Damit treten denn auch die rationellen Formeln wieder entſchieden in den Vordergrund. Gerhardt insbeſondere war es, der dieſe Errungenſchaften, die er früher bekämpfte, ſyſtematiſch verarbeitete; er fügte den beiden genannten Typen Waſſer und Ammoniak noch den Typus Waſſerſtoff bei, dem der Typus Chlorwaſſerſtoff untergeordnet iſt. Dieſem Typus gehören an die meiſten Elemente, ſpeciell die Metalle, die Alkoholradicale, die Aldehyde, die früher ſog. Waſſerſtoffſäuren, die Chloride, Bromide u. ſ. w.
94 Waſſerſtoff 5 Waſſerſtoff el⸗ Methyl N 1 9 4 d ehw Whſalehe. l. vahu 3 Natrium 4 Chlornatrium 9“ Aethylkalium A] Silber X Jodkalium 911,9, Acetaldehyd. H Dieſen Typen hat man allgemein noch einen vierten, nämlich den des Kohlenwaſſerſtoffs 1 GC beigefügt, ja von H
manchen Chemikern werden noch zwei andere aus ſpäter zu berührenden Gründen aufgeſtellt.
Die Typentheorie war jetzt zu faſt allgemeiner Annahme gelangt, ſo zwar, daß, wie Kolbe, der ſich dieſer Anſchauungsweiſe nicht fügen wollte, ſagt, jeder Gegner derſelben als Sonderling angeſehen wurde. Nach dem Aufhören des äußeren Streites, nach erreichter Exiſtenzfähigkeit konnten die Kräfte zu dem inneren Ausbau con⸗ centrirt werden.
Obwohl, wie wir geſehen, die Verbindungen der unorganiſchen Chemie ſchon mit in den Kreis der theoretiſchen Betrachtungen gezogen wurden, ſo geſchah doch wie der Beginn ſo auch die fernere Ausbildung der Theorie vor⸗ zugsweiſe auf dem Gebiete der organiſchen Chemie und nur erſt nach Erreichung eines bemerkenswerthen Reſultates wurde Umſchau gehalten und jenes gewiſſermaßen zum Import in die unorganiſche Chemie zurecht gelegt. (Odling 1854).


