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(8.39):„Wir hoffen auf dem eingeschlagenen Wege mit gutem Erfolge weiter gelien zu können und der‘Ansicht immer mehr Raum zu verschaffen, dass unsere Anstalt bei allseitiger Unter- stützung nicht nur die Kraft besitzt, sich in erwünschter Weise zu gestalten, ohne dauernde Opfer des städtischen Aerars zu fordern, sondern auch stets gerne selbst den grösseren Theil der. Opfer bringt, von welchen überhaupt in einem Falle zu reden sein dürfte, in welchem man ja einfach nur die Pflicht erfüllt, die man ebensowohl der heranwachsenden Generation, wie der Zukunft einer Stadt, ihrer Familien und dem Vaterlande schuldig ist.
2. Durch. Verfügung Gr. Oberstudien-Direction vom 8. Juni v. J. wurde Gyınnasiallehramts- Accessist Gustav Schwabe zur Fortsetzung seines an der Realschule zu Friedberg begonnenen Accesses und zu gleichzeitiger Uebernahme einer Hülfslehrerstelle von der Realschule zu Fried- berg an unsere Anstalt versetzt; er wurde schon am 15. Juni durch denDireetor in seinen Dienst eingewiesen,
Gustav Schwabe wurde 1845 zu Darmstadt geboren. Er besuchte die Vorclassen der Realschule zu Offenbach, die Volksschule zu Friedberg in der Wetterau und absolvirte in der Zeit von 1855 bis 1860 die Realschule daselbst. Nach dreijährigem Besuche des Gymnasiums zu Darmstadt bestand er das Maturitätsexamen. Darauf bezog er die Landesuniversität Giessen, um sich hier unter der Leitung von Clebsch und Buff dem Studium der mathematischen und physicalischen Wissenschaften zu widmen. Nachdem er mehrere ‚Semester in Giessen studirt hatte, studirte er noch ein und ein halbes Jahr in Heidelberg, worauf er im Frühjahr 1868 in Giessen das Gymnasiallehrerexamen vom mathematischen Standpunkte machte. Darauf trat er den vorgeschriebenen Access an der Realschule zu Friedberg an, begab sich jedoch schon sehr bald nach dem Beginn seines Accesses nach Alzey, um denselben hier fortzusetzen und zugleich eine provisorische Hülfslehrerstelle zu bekleiden.
3. Durch Allerhöchstes Deeret vom 21. Juli, v. J. wurde Gymnasiallehramts-Accessist Georg Weihrich, bis’dahin provisorischer Lehrer an hiesiger Realschule, zum ordentlichen Lehrer an unserer Anstalt ernannt..
4. Durch Allerhöchste Entschliessung vom 14. October v. J. wurde Herr J. Heiss, welcher bis dahin die Stelle des Lehrers für neuere Sprachen an unserer Anstalt vicarirte, zum Lehrer an hiesiger Realschule ernannt.
5. Durch Allerhöchste Decrete vom 21. Juli und 17. October v. J., und durch Hohe Ent- schliessung Grossh. Ministeriums des Innern vom 7. October v. J. wurden die Stellen aller defi- nitiv oder provisorisch angestellten Reallehrer, sowie der Hülfslehrer aufgebessert,
6. Durch Allerhöchstes Deeret vom 16. Januar 1. J. wurde der Bauaccessist Karl Walloth zum Lehrer an unserer Anstalt ernännt: er wurde am 28. Januar durch den Director in sein Amt eingeführt. 2
Karl Walloth, geboren den 26. Mai 1838 zu Hohen-Sülzen, Kreis Worms, besuchte von Herbst 1851 bis Ostern 1856 das Gymnasium zu Kreuznach und dann bis Herbst 1856 das Gym® nasium zu Darmstadt. Nach bestandener Maturitätsprüfung war er von Herbst 1856 bis Herbst 1853 Schüler in dem Fachkursus der höheren Gewerbschule zu Darmstadt, Von Herbst 1858 bis Ostern 1860 studirte er an der Bauacademie zu Berlin. Nach halbjährigem Besuch der Uni- versität Giessen bestand er daselbst im Winter 1861 die Facultätsprüfung und machte dann bis zum Winter 1862 den vorgeschriebenen Access an Grossherzoglicher Oberbaudirection, worauf


