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C, Zur Chronik der Anstalt,
1. In dem nun zu Ende gehenden Schuljahre vermochte unsere Anstalt in ihrer Entwicklung rascher vorwärts zu schreiten, als man vorher vermuthen konnte. Schon durch die beim Beginn des gegenwärtigen Schuljahrs erfolgte Aufnahme neuer Schüler stieg die Zahl der Schüler auf 200, und da sich dieselbe in der Folge noch vergrösserte, so musste‘ einerseits sofort an die Ver- grösserung des Realschulgebäudes gedacht werden, andererseits fanden sich in der so schnell vermehrten Schulgeldeinnahme die erforderlichen Mittel, um zwei neue Lehrerstellen zu errich- ten. Die zu gewinnenden Lehrkräfte sollien uns in Stand setzen, zunächst die Vorschule in zwei Classen von je zweijährigem Cursus zu trennen. Da aber auch die 5. Classe in Folge der letzten Aufnahmen neuer Schüler sehr stark geworden war, so musste auch diese bis auf Wei- teres, wenigstens in einer Anzahl von Unterrichtsstunden, in zwei Parallelklassen getrenut werden (vgl. oben S. 28). Da nun die Trennung der Vorschule und der 5. Classe, schon bevor die neuen Lehrkräfte gewonnen waren, ein unabweisbares Bedürfniss war, so erklärten sich die Lehrer der Anstalt schon zu Anfang des Schuljahrs bereit, zum Zweck der sofortigen Trennung der genann- ten Classen eine grössere Zahl von Stunden zu übernehmen, als zu welcher sie verpflichtet waren. Nachdem so die nach dem gedachten Erweiterungsplane nothwendigsten Unterrichtsstunden von den Collegen bereitwilligst übernommen worden waren, wurden die mittlerweile eingeleiteten Verhandlungen in kurzer Zeit dahin geführt, dass aus der vermehrten Schulgeldeinnahme unserer Anstalt die erwähnten zwei neuen Lehrerstellen in erwünschter Weise dotirt wurden, Der hie- sige Stadtrath ging darauf in anerkennenswerther Weise ein: er konnte dies ohne Bedenken thun, weil die Errichtung der neuen Lehrerstellen das städtische Budget in keiner Weise belastete, weil die Schulgeldeinnahme der Anstalt selbst die erforderlichen Mittel bot. Sobald die beiden neuen Stellen besetzt waren, war es möglich, nach Aufhebung etlicher provisorisch zugelassenen Combinirungen mehrerer Unterrichtsabtheilungen die erstrebte Orga- nisation der Anstalt durchzuführen. Die eine der beiden neuen Lehrerstellen wurde dem bis dahin provisorisch angestellten Collegen W eihrich übertragen, in seine seitherige Stelle trat College Dr. Ösann; des letzteren Stelle nahın danu Gymnasial-Lehramts-Accessist G. Schwabe ein. Die zweite der neu errichteten Lehrerstellen sollte mit einem academisch gebildeten Zei- chenlehrer besetzt werden; es geschah am 10. Jan. 1. J.(s. unten).
Dureh die Bewilligung unserer Stände wurde mit Genehmigung Sr. Kgl. Hoheit des Gross- herzogs zur Bestreitung der Ausgaben für die erweiterte Realschule zu Alzey derselben ein weiterer Staatszuschuss ‚von 900 Gulden jährlich nebst entsprechender Naturalienvergütung ge- währt. Dieser Staatszuschuss wurde. zur Erhöhung der Gehalte aller derjenigen Lehrer ver- want, weiche von der oben erwähnten‘ Errichtung der zwei neuen Lehrerstellen und ihrer Besetzung nicht berührt wurden,
Es macht uns nun begreiflicher Weise besondere Freude, hier constatiren zu können, dass in der angedeuteten Weise das Lehrercollegium um zwei Lehrer vergrössert wurde, dass die Be- soldungen sämmtlicher Lehrer, der ordentlichen Lehrer und der Hülfslehrer, erhöht wurden, dass die Einnahmen der Anstalt im letzten Jahre um ca. 3100 Gulden sich erhöhten, ohne dass wir zu den angedeuteten Zwecken aus hiesiger Stadtkasse einen Zuschuss zu erbitten brauchten.— So schliessen wir freudig diesen kurzen Bericht ınit den Worten des letztjährigen. Programms


