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Von den Unterrichtsgegenſtänden bedurfte beſonders der Sprach⸗ unterricht einer durchgreifenden Reform; die Hauptmißſtände in dieſer Beziehung waren, daß das Franzöſiſche bereits in der Ele⸗ mentarklaſſe gleichzeitig mit dem Unterrichte in der Mutterſprache begann, und daß das Latein, welches in der II. Klaſſe ſeinen Anfang nahm, für alle Schüler verbindlich war. Was den erſten Punkt betrifft, ſo ſind die bedeutendſten Schulmänner darüber einverſtanden, daß der Unterricht in der Mutterſprache dem in fremden Sprachen vorausgehen, daß der letztere auf dem erſtern baſiert ſein müſſe. Daher hat in Deutſchland der deutſche Unterricht an den Schulen, wo mehrere Sprachen gelehrt werden, die Beſtimmung, dem Unter⸗ richt in fremden Sprachen den Weg zu bahnen und die vielen Schwierigkeiten, welche mit der Erlernung fremder Sprachen ver⸗ bunden ſind, möglichſt hinwegzuräumen. Wieviel raſcher und ſicherer kann z. B. der Lehrer der fremden Sprachen in ſeinem Unterricht fortſchreiten, wenn er es mit Schülern zu thun hat, welche aus dem deutſchen Unterrichte bereits eine Kenntniß der grammatiſchen Kategorien, der Rede⸗ und Satztheile, überhaupt eine allgemeine grammatiſche Grundlage, einen Maaßſtab, eine Norm, an der ſie alle neuen ſprachlichen Erſcheinungen meſſen können, mitbringen.
Indem wir von dieſen Grundſätzen ausgehend das Franzöſi⸗ ſche nebſt 2 Stunden Denkübung in der I. oder Elementarklaſſe fallen ließen, waren wir im Stande, den Schülern derſelben eine Erleichterung von 1 Stunde jeden Morgen zu gewähren und ſo⸗ mit den geſammten wöchentlichen Unterricht von 34 auf 28 Stun⸗ den herabzuſetzen. Gleichzeitig wurde der lateiniſche Unterricht, der bis dahin für alle Schüler verbindlich geweſen, auf die Gymna⸗ ſialſchüler beſchränkt und der Anfang deſſelben aus der II. Klaſſe, wo er ſeither mit 7 Stunden begonnen, in die III. verlegt ¹).
¹) Obwohl wir principiell für den Unterricht in der lateiniſchen Sprache auch an der Realſchule ſind, ſo mußten wir doch damals der Beſeiti⸗


