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den letzten Jahren¹) trotz der ungünſtigen Verhältniſſe bedeutend zugenommen, und daß in Folge der veränderten ſtaatlichen Ver⸗ hältniſſe eine fernere Zunahme, vorausgeſetzt, daß man das Pro⸗ gymnaſium nicht verkümmern läßt, mit Sicherheit zu erwarten iſt, daß ferner die Verwendung einer philologiſchen Lehrkraft= 22 w. Stunden Griechiſch und Latein zu 19 bis 22 Schülern in einem angemeſſenen Verhältniß ſteht.
Kehren wir nach dieſer Digreſſion zur Entwicklung unſerer Schule zurück, die wir oben bis zum Austritt des Profeſſors Dr. Steingaß als Inſpektors der Anſtalt im Jahre 1834 geführt haben. An ſeine Stelle wurde Auguſt Van der Meulen, bis dahin Vikar und Vorſteher einer lateiniſchen Schule zu Bocholt in Weſt⸗ phalen, berufen. Da derſelbe als zweiter philologiſcher Lehrer den geſammten lateiniſchen Unterricht der II. und III. Klaſſe mit 15 Stunden übernahm); ſo konnte in Folge hiervon Herr Dr. Schütz, der ſeither einen großen Theil der lateiniſchen Stunden gegeben, ſeine ganze Kraft den Realfächern zuwenden. Im Zuſammenhang hiermit erfuhr der Lehrplan im Schuljahr 1836/37 eine bedeutende Veränderung, indem durch den Wegfall des Lateiniſchen für die Realſchüler in der IV. Klaſſe die Möglichkeit geſchaffen wurde, dieſelben in Parallelſtunden in den neu hinzugekommenen Fächern des kaufmänniſchen Rechnens, der kaufmänniſchen Stylübung und der Technologie zu unterrichten).
Was die Thätigkeit des neuen Inſpeltors betrifft, ſo war dieſelbe, wie aus den Konferenzprotokollen hervorgeht, theils auf die Handhabung und Aufrechthaltung der Disciplin, bezüglich welcher
¹) S. den Anhang. III. Anmerkung 2.
²) S. im Anhang den Stundenplan v. 1839/40.
³) Der Unterricht in der Phyſik erhielt damals bedeutende Förderung durch einen erſten phyſikaliſchen Apparat, welcher der Schule von dem Vor⸗ ſtande der kath. Kirchengemeinde geſchenkt wurde.


