Aufsatz 
Zur Geschichte der Selektenschule
Entstehung
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mehrere recht gute Beſtimmungen getroffen wurden, theils auf die Hebung und Förderung des Unterrichts durch mehrfache Anordnungen über Aufgaben der Schüler und ihre Kontrole, Vertheilung der ſchriftlichen Arbeiten, durch Beſprechung der Methode verſchie⸗ dener Unterrichtsfächer, Einführung neuer Lehrbücher u. ſ. w. gerichtet. Das Verhältniß des Progymnaſiums zum Gymnaſium aber, obgleich er auch darauf ſeine Aufmerkſamkeit richtete, wurde auch unter ihm nicht geregelt. Die von der Selektenſchule an das Gymnaſium entlaſſenen Schüler kamen nach wie vor durchweg nach IV ſtatt nach IIl', was zu erneuerten Klagen in den Jahren 1837 und 1840 Veranlaſſung gab. Der Unterricht in den alten Sprachen war zwar im Laufe der Zeit ſowohl durch Vermehrung der Stunden, als auch durch die in der IV. Klaſſe eintretende Be⸗ ſchränkung deſſelben auf die ſtudierenden Schüler bedeutend er⸗ weitert und verbeſſert worden; allein auch ſo noch ſtand er gegen den am Gymnaſium in den unteren Klaſſen dadurch im Nachtheil, daß die Selektenſchule einmal zweijährige Lehrkurſe hatte und über⸗ dies durch die große Zahl der Realſchüler, welche in den Klaſſen II. und III. ebenfalls Latein lernten, ſehr in ihrer Wirkſamkeit behindert war. Aber auch mit den Erfolgen des Realunterrichts war man in der Gemeinde nicht allſeitig zufrieden. Schon unter dem Inſpektorate von Steingaß waren hierüber Klagen laut geworden, welche die Hochwürdige kath. Kirchen⸗ und Schulkommiſſion veran⸗ laßten, den Inſpektor hierüber zum Berichte aufzufordern. Man ſuchte auch hier durch einzelne kleine Verbeſſerungen zu helfen, an⸗ ſtatt durch einen neuen Lehrplan, in welchem beiden Richtungen die gehörige Rechnung getragen, die Mängel gründlich zu beſeitigen. Dies war die Lage der Dinge, als im Spätſommer 1842 der Inſpektor Van der Meulen ¹) und der philologiſche Lehrer, Profeſſor

¹) Gegenwärtig Abt der Trappiſten im Elſaß. 2*