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liſchen Gymnaſiums geltend machen müſſe.“ Dieſer Anſicht iſt die kath. Gemeinde bis in die neueſte Zeit treu geblieben, und auch wir, und wie wir glauben, alle Katholiken, denen vor allem die religiöſe Erziehung ihrer Kinder am Herzen liegt, müſſen ſo denken.
Man vergißt in unſerer Zeit zu häufig, daß die Schulen nicht bloß Unterrichts⸗, ſondern auch, und vor allem, Erziehungsanſtalten ſind, daß ſie demnach ihren Zöglingen nicht bloß ein gewiſſes Maß von nützlichen Kenntniſſen zu vermitteln und gleichzeitig ihre Er⸗ kenntnißkräfte zu bilden haben, ſondern daß die religiös⸗ſittliche Bildung, die Pflege des Willens, ſowie des Gemüthes einen nicht minder wichtigen, wenn nicht den wichtigſten Theil ihrer Aufgabe bildet. Nun aber kann dieſe Aufgabe, wie eine mehr als tauſend⸗ jährige Erfahrung lehrt, mit Erfolg nur gelöſt werden, wenn die Schule ſich auf ein beſtimmtes religiöſes Bekenntniß ſtützt, wenn ſie mit der großen, von Gott gegründeten Erziehungsanſtalt, der Kirche, Hand in Hand geht. Wohl verſucht man in der neueren Zeit die Schule von dem Einfluſſe der Kirche zu trennen und die Erziehung, anſtatt auf das konfeſſionelle Chriſtenthum, auf die Zeit⸗ bildung zu baſieren; allein, während die Schule in Verbindung mit der Kirche ſeither die ſchönſten Früchte getragen und großartige Charaktere, Staatsmänner, Gelehrte und Künſtler gebildet hat, iſt die neue Schule uns den Beweis für die Richtigkeit ihres Princips noch ſchuldig. Iſt daher nach allem dieſen nur die Konfeſſionsſchule im Stande, die Aufgabe der Schule, wie wir ſie faſſen, mit Er⸗ folg zu löſen; ſo muß der kath. Gemeinde, wie bisher, ſo auch künftig daran gelegen ſein, ihre ſtudierende Jugend in ihrer Schule, wenigſtens bis zur erſten h. Kommunion zu unterrichten. Hiermit ſind die faktiſchen Verhältniſſe in Deutſchland überhaupt und in Frankfurt insbeſondere im Einklange, da die Schulen größtentheils, wo es die Verhältniſſe erlauben, nach Konfeſſionen geſchieden ſind.
Wir haben bisher nur von dem religiöſen Faktor, als dem in


