Aufsatz 
Zur Geschichte der Selektenschule
Entstehung
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Seiten als der eigentliche Grund unſeres Progymnaſiums ange⸗ geben. So heißt es in einer Denkſchrift der Hochwürdigen kath. Kirchen⸗ und Schulkommiſſion vom 12. December 1818:Die ſtudierenden katholiſchen Schüler ſollen die Selektenſchule beſuchen, bis ſie in quartam oder tertiam des lutheriſchen Gymnaſiums gehen können, als bis wohin ſie die erſte h. Kommunion empfangen haben, deren Vorbereitungsunterricht außerdem mit den übrigen Lehrſtuͤnden des Gymnaſiums zu häufig kollidiert. Dies iſt nicht nur dem allgemeinen Wunſche der Eltern gemäß, ſondern wird auch um ſo mehr Schüler aus der katholiſchen Gemeinde an das Gymnaſium herüberführen. Daß dieſe Anſicht vollkommen richtig, hat die Erfahrung ſeitdem bis in die neueſte Zeit bewieſen. Das Vorhandenſein des mit der Se⸗ lektenſchule verbundenen Progymnaſiums hat im Verein mit mehreren Freiſtellen einer nicht unbedeutenden Zahl talentvoller Knaben aus den untern und mittleren Ständen Gelegenheit zum Studieren ge⸗ geben, die ſonſt wohl nicht dazu gekommen wären. Aehnlich, wie die kath. Kirchen⸗ und Schulkommiſſion, ſprach ſich, wie wir oben erwähnten, der Vorſteher der Anſtalt in der erſten Schulnachricht vom Jahre 1821 aus, und nicht anders äußerte ſich der kath. Ge⸗ meindevorſtand, als zu Anfang der dreißiger Jahre die ſtändige Bürgerrepräſentation auf eine Umgeſtaltung der Selektenſchule in eine bloße Realſchule antrug.Die Selektenſchule, ſind ſeine Worte,ſolle neben dem Zwecke, eine Realſchule für die Kinder der höheren Stände zu bilden, ihrer Hauptbeſtimmung nach ein Progymnaſium ſein, aus deſſen höoͤchſter Klaſſe die Schüler ſofort nach IUII' des eigentlichen Gymnaſiums übertreten, und weiter unter dem 19. März 1832:Man möge nicht weiter auf das Fallenlaſſen des Progymnaſiums dringen, da man ſonſt das verfaſſungsmäßig der Gemeinde zuſtehende Recht auf die ungeſäumte Herſtellung und Dotation eines eigenen katho⸗