Aufsatz 
Zur Geschichte der Selektenschule
Entstehung
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der Domſchule von zweien auf drei und gleichzeitig die Lehrgegen⸗ ſtände durch die franzöſiſche Sprache und das Zeichnen vermehrt. Ueberdies wurde die ſeither mit der Domſchule verbundene Real⸗ klaſſe von derſelben getrennt und mit dem Gymnaſium Frideri⸗ cianum verbunden*). Da letzteres hiermit einen ganz neuen, ge⸗ miſchten Charakter erhielt und von da an ebenſo ſehr auf die Bil⸗ dung zum Kaufmanns⸗ und höheren Gewerbeſtande, als auf den eigentlichen gelehrten Unterricht Rückſicht nehmen mußte; ſo be⸗ durfte es ſowohl eines geräumigeren Lokales, als eines größeren Lehrerperſonals. Daher wurden mehrere Säle und Zimmer des Dominikanerkloſters gemiethet und außer dem von der Domſchule herübergekommenen Reallehrer eigne ſtändige Lehrer für Geſchichte, Geographie, deutſche und franzöſiſche Sprache und Literatur, ſowie beſondere techniſche Lehrer für Schönſchreiben, freies Zeichnen und Geſang angeſtellt. Die Anſtalt, an welcher neun Lehrer arbeiteten, zählte ſechs Klaſſen, jede mit einem zweijährigem Lehrkurs und war ein Vorbild der jetzigen Selektenſchule ²).

In dieſem weſentlich verbeſſerten Zuſtande blieben die katho⸗ liſchen Schulen, bis in Folge der im Sommer 1810 ſtattfinden⸗ den Errichtung und Organiſation des Großherzogthums Frankfurt das Schulweſen der Stadt überhaupt eine ganz neue Geſtalt er⸗ hielt. Zunächſt wurde das Fridericianum mit dem alten Gym⸗ naſium Augsburgiſcher Konfeſſion in ein gemiſchtes, nach einem neuen Lehrplane eingerichtetes, allen Konfeſſionen gemeinſchaft⸗ liches, großherzogliches Gymnaſium umgeſtaltet. Wie an dieſe neu errichtete Anſtalt ſogleich mehrere Lehrer des ſeitherigen Frideri⸗ cianums übergingen), ſo folgte dieſen derjenige Theil der katho⸗ liſchen Jugend, welcher ſich dem gelehrten Stande widmen wollte,

¹) Im Jahre 1808. ²) S. d. Anhang II. 1. ²) Unter andern die Lehrer Braſſart und Günther.