Aufsatz 
Das Christenthum und die Sprache / Hermann Wedewer
Entstehung
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than, einmal direkt, indem es theils die Begriffe der bereits vor⸗ handenen Wörter erweitert und vertieft, theils neue Wörter ge⸗ ſchaffen hat, dann aber indirekt dadurch, daß es den in die Natur und das Sinnliche verſunkenen Geiſt der Völker befreit, ihm neue würdige Aufgaben ſeines Strebens geſtellt und damit gleichzeitig den bis dahin gefeſſelten Geiſt der Sprache entbunden und neue Blüten zu treiben veranlaßt hat. Unter allen Sprachen der chriſ. lichen Kulturvölker aber hat keine mehr den Einfluß und die Ein⸗ wirkung des Chriſtenthums erfahren, als unſere Mutterſprache, die deutſche. Wie unter allen Sanskritvölkern das germaniſche vorzugsweiſe der Träger der chriſtlichen Kultur⸗ und Weltgeſchichte zu ſein berufen war; ſo iſt auch die deutſche Sprache in Folge des Zuſammentreffens vieler günſtigen Verhältniſſe vor allen andern ganz und gar von chriſtlichem Geiſte durchdrungen. Den Dank für dieſe große Wohlthat können wir nicht beſſer abtragen, als wenn wir uns des in ihr wehenden chriſtlichen Geiſtes mehr und mehr bewußt werden und ſie nur in dieſem Geiſte, im Dienſte des Wahren, Guten und Schönen verwenden.