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wie„hold⸗, gott⸗, glück⸗, arm⸗ und unglückſelig, hehr, linde, fälſchen, fördern, ziemen, fehlen, neiden, mehren, Brauch, Hei⸗ land, Seher, Buhler, Sippſchaft, Ränke, Vorbild, Ebenbild, Heerfahrt, Heerfürſt, Heerlager, Heerſcharen, Speiſemeiſter, Feld⸗ hauptmann,“ und mit feiner Nüancierung der Begriffe„Lande und Länder, Orte und Oerter“*). Andere ſind zum Nachtheil für die hochdeutſche Schriftſprache verloren gegangen oder mehr land⸗ ſchaftlich geworden, wie„Ferge, Firne, Kolter, Magdthum, Sponde, Werft u. a.“ Es läßt ſich nicht leugnen, daß das Neuhochdeutſche oder das„Lutheriſch Deutſch,“ wie es von Luthers Gegnern ſpott⸗ weiſe genannt wurde, welches an der Scheide zweier Zeitalter ins Leben trat und, durch Luthers Bibelüberſetzung beſonders gefördert, zur herrſchenden Geſammtſprache der Deutſchen erhoben wurde, von da an bis in die neuere Zeit vorwiegend von proteſtantiſchen Schriftſtellern angebaut worden iſt.
Wir haben bisher nur über die Veränderungen der lexikali⸗ ſchen Seite der deutſchen Sprache, nämlich die Aufnahme neuer Wörter und den Begriffswandel der bereits vorhandenen geſprochen. Allein auch die Grammatik der deutſchen Sprache erfuhr mit der Aufnahme des Chriſtenthums von Seiten des deutſchen Volkes eine nicht minder bedeutende Umwandlung oder richtiger Aus⸗ bildung und Erweiterung. Denn wenn dieſe Veränderung auch weniger dem ſpecifiſch⸗chriſtlichen Geiſte, als dem Vorbild und Muſter der ausgebildeten lateiniſchen Sprache zuzuſchreiben iſt; ſo war es indirekt doch auch hier der neue chriſtliche Geiſt, welcher, wie alle Kräfte des Geiſtes, ſo auch die formalen entband und kräftig entwickelte. Obgleich wir aus der vorchriſtlichen Zeit keine ſchriftlichen Werke beſitzen, aus denen wir genau den grammati⸗ ſchen Stand der deutſchen Sprache in der älteſten Zeit erſehen
¹1) S.„Dr. Luthers Verdienſte um die Ausbildung der deutſchen Sprache“ von Grotefend in den Abhandlungen des frankfurter Gelehrtenvereins I. Stück.


