Aufsatz 
Das Christenthum und die Sprache / Hermann Wedewer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

jener erſten Zeit des Mittelalters ührig haben¹*). Die bedeu⸗ tendſten lateiniſchen chriſtlichen Quellenſchriften, wie die Bibel, die regula pastoralis, das lectionarium, welches die ſonntäglichen Evangelien und Epiſteln enthielt, ferner der Iſidoriſche Traktat de nativitate domini und die Regel des heil. Benedikt wurden theils mit deutſchen Wörtern überſchrieben, theils ins Deutſche überſetzt; theils wurden auch Lexika in alphabetiſcher Ordnung zu denſelben entworfen. Solche Manuſkripte waren, weil es damals noch keine Buchdruckerkunſt gab, durch welche die Schriften mit Leichtigkeit vervielfältigt werden konnten, höchſt ſelten und werthvoll und wurden oft von einem Kloſter dem andern geliehen. Die Wörter, welche auf dieſe Weiſe in den Klöſtern von gelehrten und eifrigen Mönchen, wie Rhabanus Maurus in Fulda, den drei Notker, unter denen beſonders Notker Labeo( 1022) ſich durch große Thätigkeit auszeichnete, Kero in St. Gallen und dem Biſchof Salomon in Conſtanz( 920), geprägt wurden, kamen von den Klöſtern aus durch die Predigten, welche in der erſten Zeit als Umſchreibungen der lateiniſchen Muſterpredigten zu betrachten ſind, ferner durch den Unterricht in den Schulen, durch die Beichte und ganz be⸗ ſonders auch durch religiöſe Gedichte allmählich unter das Volk und verſchmolzen nach und nach mit der übrigen Maſſe der Wörter ſo völlig, daß ſie bald einen untrennbaren Beſtandtheil der Sprache bildeten.

Machen nun auch die auf dieſe Weiſe in das Alt⸗ und Mittel⸗ hochdeutſche aufgenommenen Wörter zuſammen mit ihren zahl⸗ reichen Ableitungen ſchon einen bedeutenden Theil der deutſchen Sprache aus; ſo iſt doch der Zuwachs, welchen dieſelbe im Laufe

Verborum. uuorto.

Ex novo. fona deru niuuiun. Ex uetere. anti deru altun Testamento. eun u. ſ. w

¹) S. R. v. Raumer a. a. O. S. 80 u. ff.