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ſtenthum verkündigte“. In der Bezeichnung der eigentlichen alt⸗ teſtamentlichen Begriffe nun, wie z. B. Buße, Glaube, Gerech⸗ tigkeit, Heiligung und andere, konnten die Apoſtel dem Vorgange der alexandriniſchen Ueberſetzung ſich anſchließen, ſo zwar, daß ihnen das Chriſtenthum vielfach einen neuen Geiſt einhauchte. ¹) Allein bei dieſer ſchon vorgefundenen Terminologie konnten ſie nicht ſtehen bleiben; die Tiefe und Eigenthümlichkeit der chriſtlichen Ideen trieb zur Bildung einer neuen Sprache, die nicht ſowohl aus neu erfundenen, als aus alten und gewöhnlichen, aber in einem ganz andern Sinne gebrauchten Wörtern beſtand. Wenn z. B. das Wort I0*⁸, welches in der klaſſiſchen Literatur vor⸗ zugsweiſe„Anmuth“ bedeutet, von den Apoſteln in dem den Hei⸗ den völlig fremden Sinne von„göttlicher Gnade“ gebraucht wird, ſo läßt ſich daraus auf den Abſtand, ja, auf die Kluft ſchließen, die überhaupt zwiſchen der heidniſchen Hellenenſprache und der dem Chriſtenthume dienſtbar gemachten, vom chriſtlichen Geiſte gleichſam durchleuchteten griechiſchen Sprache ſich ergab. Die da⸗ mals neu in die Welt eingeführten oder chriſtlich umgeſtalteten, korrigierten und verklärten Begriffe, wie de⁴αἀόαασ⁹ς, Heiligung; Tœmπαεέιιντσe, Demuth; Gυνέ⁴⁶e, Gewiſſen; 1αο ια, Geiſt; v½, Seele; ½6 G0%, Welt; Sœrrtgetn und αnατιισια, taufen und Taufe; d6⁴ε⁴⁵ραε, Bruder in Chriſto; de„ασυ, Liebe; G⁴οε, Fleiſch, dieſe und viele andre mußten ſich ihr entſprechendes griechi⸗ ſches Gewand erſt ſchaffen. Den Eindruck, welchen die Leſung apoſtoliſcher Schriften auf gebildete Heiden jener und der nächſt⸗ folgenden Zeit machen mußte, ſind wir daher nur annähernd uns vorzuſtellen im Stande. ²)
In ähnlicher Weiſe, wie ſich unter dem Einfluſſe des Hebräi⸗ ſchen und der neuen chriſtlichen Ideen ein eigenthümlich griechiſches, von der alten Sprache der Griechen weit abliegendes Idiom bil⸗
¹) S. R. v. Raumer a. a. O. ²) S. Döllinger„Chriſtenthum und Kirche“ S. 147.


