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der Raumanſchauung dem Menſchen zum Bewußtſein kommt. Außer dem, daß ihre Formen vielfach zur Bezeichnung der höheren Denk⸗ formen, da die natürliche Stufenfolge die von der Raumanſchauung zur Zeitanſchauung iſt, gebraucht werden, kommt das Zeitverhältniß beſonders zum Ausdruck an und mit dem Verbum oder Zeitwort, deſſen Name ſchon die Wichtigkeit der Zeitanſchauung beweiſt.!) Dies ſind die Hauptwege, auf welchen die Sprache in der vor⸗ hiſtoriſchen Zeit ihren Wortſchatz gewann und ſich organiſierte. Hier⸗ mit ſchließt die erſte Periode der Sprachentwicklung, die der Orga⸗ niſierung, und die zweite oder die der Desorganiſierung beginnt. Hatte ſich in der erſten Periode die ganze theoretiſche Thätigkeit des Geiſtes in der Spracherzeugung erſchöpft, und war die Entwicklung der Sprache das einzige Objekt und Produkt der geiſtigen Thätig⸗ keit geweſen, ſo geht der nun frei gewordene Geiſt in der zweiten Epoche über die Sprache hinaus, indem er ſich derſelben als eines Mittels bedient für ſeine weiteren und höheren Entwickelungen. Das Wort, welches früher ein Abbild oder Sinnbild der Vorſtellung geweſen, wird zum Zeichen für den durch die höhere Kraft des Geiſtes ge⸗ wonnenen Begriff und ordnet ſich als Moment in das Ganze des Satzes ein. Die Sprache, die in der erſten Periode die Weltan⸗ ſchauung des Volkes verkörperte und bei dem organiſchen, allgemein verſtändlichen Verhältniß von Laut und Vorſtellung eine wahre Er⸗ kenntnißquelle für den Menſchen war,*) verlor in der zweiten, wo der Geiſt vermittelſt der Sprache die Mythen bildete und die älteſte Poeſie ſchuf, auch nach dieſer Seite hin ihre Bedeutung. Eine Folge des höheren geiſtigen Aufſchwunges iſt die allmählige Zerſetzung der Form. Indem nämlich der reifer gewordene Geiſt über die ¹) S. über die Bedentung der Zeitanſchauung in dem angeführten Werke„Zur Sprachwiſſenſchaft.“ ²) Ein Gefühl von der ehemaligen Bedeutung der Sprache als Erkenntnißquelle iſt dem Menſchen bis auf unſere Zeit geblieben. Wie bereits die griechiſchen Philoſophen von Heraklit„dem Dunkeln“ an, ſuchen auch wir noch gern unſere Anſichten durch die Etymologie wichtiger Wörter zu ſtützen. Freilich ſind wir in unſerer Zeit, wo die Etymologie neue feſte Grundlagen erhalten hat, beſſer daran, als unſere Vorfahren, welche wegen der durchaus falſchen An⸗ ſicht von der Etymologie bei ihren Ableitungen meiſt im Blinden herumtappten.


