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Lautſtoff der letzteren in den unmittelbaren Sinneseindrücken der Gegenſtände, die ſie bezeichnen, begründet iſt, haben die Formwörter meiſt einen ſubjektiven Urſprung und dürften theils und zwar haupt⸗ ſächlich aus den ſogenannten Lautgeberden, theils durch Abſchwächung aus Stoffwörtern hervorgegangen ſein*). Uebrigens dürfte die Zahl der Formwurzeln ähnlich wie die der Stoffwurzeln aller Wahrſchein⸗ lichkeit nach eine ſehr kleine ſein, da ſich nachweiſen läßt, wie die zur Bezeichnung von Raum und Zeit, als der beiden allgemeinſten An⸗ ſchauungsformen, ohne die wir nichts denken können, dienenden Form⸗ wörter metaphoriſch zur Bezeichnung der übrigen Kategorien der Quantität, Modalität, Kauſalität u. ſ. w. verwandt werden. In erſter Linie ſtehen hier die Formwörter der Raumanſchauung; denn die erſte, die konkreteſte und am meiſten den Sinnen zugängliche Anſchau⸗ ungsform iſt die des Raumes ²). Als entſchieden vorwaltende, mit den Augen angeſchaute Form kommt ſie dem Menſchen zuerſt zum Bewußtſein und findet daher auch zuerſt in der Sprache ihren Aus⸗ druck, ſo daß unter allen Formwörtern die zur Bezeichnung des Ortes, an welchem ein Ding, oder der Richtung, in welcher eine Thätigkeit wahrgenommen wird, als die erſten und urſprünglichen zu betrachten ſind. Daher iſt auch der Einfluß dieſer Formwörter durch metapho⸗ riſche Anwendung auf dem Gebiete der Formwörter überhaupt bei weitem der größte und ausgedehnteſte. Die Raumanſchauung liegt nicht nur den meiſten Pronominibus, vielen Adverbien der Zeit, der Qualität und Quantität, den eigentlichen Präpoſitionen und Konjunk⸗ tionen zu Grunde, ſondern auch die Kaſusformen der Subſtantive und die Perſonalendungen der Verba ſind und zwar die erſten direkt, die letzteren indirekt, nämlich vermittelſt der Pronominalſtämme von der Raumanſchauung hergeleitet. Bei weitem nicht ſo weitgreifend auf dem Gebiete der Sprache zeigt ſich der Einfluß der Zeitanſchauung, welche, weil abſtrakter und weniger in die Sinne fallend, erſt nach
¹) Zu den letzteren gehören außer mehreren Zahlwörtern, bei denen Hände, Finger und Zehen eine wichtige Rolle ſpielen, mehrere Präpoſitionen, Kon⸗ junktionen, Verneinnngs⸗ und Bejahungswörter, vgl. im Deutſchen wegen, kraft, laut, neben, weil, nicht, zwar u. a.
²) Vgl. meinen Aufſatz„Ueber die Bedeutung der Raumanſchauung“ in„Zur Sprachwiſſenſchaft.“ Freiburg bei Herder.


