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von einem Dinge. Dieſe Anſchauung der Seele reflektiert in einer Bewe⸗ gung des Organismus, welche einen Laut bildet; dieſer Laut macht wiederum einen Eindruck auf die Seele, und ſie bildet eine Anſchauung von dieſem Laute; mit dieſer Anſchauung aſſociiert ſich die Dinganſchauung und die reflektierte Bewegung, ſo daß auf die innere Lautanſchauung in der Seele auch die äußere Lauterzeugung im Organismus erfolgt. In der durch die Lautanſchauung vermittelten Ver⸗ bindung des Lautes mit der Dinganſchauung liegt ſeine Bedeutung, d. h. die Natur des Lautes als Sprachlaut. Es gehört natürlich längere Uebung dazu, daß dieſe Verbindung von Laut und Vorſtellung eine recht innige werde, wie wir dies beim Erlernen einer fremden Sprache beobachten können, wo nur all⸗ mählich die Vorſtellung von dem Laut mit der Vorſtellung von der Sache gänzlich zuſammenſchmilzt. Die Befeſtigung der einmal er— zeugten Töne oder die baldige Herſtellung einer möglichſt großen In⸗ nigkeit der Verbindung zwiſchen dieſen und den Anſchauungen er⸗ ſcheint dann ohne alle Schwierigkeit und als unzweifelhaft, wenn man bedenkt, daß der Kreis der Anſchauungen bei den Menſchen auf der Stufe der Sprachſchöpfung ein unendlich geringer ſein mußte.
Nachdem wir hiermit im allgemeinen den Proceß der Sprach⸗ ſchöpfung dargelegt und auf Seite der Seele die Gefühle, Empfin⸗ dungen, Wahrnehmungen, Anſchauungen und Begierden, auf Seite des Leibes die aus den obengenannten Gefühlen u. ſ. w. reſultieren⸗ den Reflexbewegungen in den Stimmorganen und ſchließlich das Zu⸗ ſammenfaſſen beider durch die Seele als die allgemeinen Elemente der Sprachſchöpfung haben kennen lernen, iſt es nothwendig, die ver⸗ ſchiedenen Arten und Stufen derſelben etwas näher zu betrachten. ¹)
¹) Wenn wir hier von Stufen ſprechen, ſo denken wir dabei nicht an zeitlich ſcharf begrenzte Epochen; der vernünftige Menſch iſt als ſolcher auf keinem Standpunkte bloß Sinnlichkeit oder bloß vorſtellendes Bewußtſein. In dem Niedern ſcheint überall ſchon das Höhere durch, ſo wie andererfeits auf dem höheren Standpunkte der niedere nicht völlig vernichtet, ſondern nur aufge⸗ hoben wird. Der denkende Geiſt wirkt ſchon, ehe er ſich in einer, dem Ge⸗ danken völlig adäquaten Form äußern kann, durch jene niederen unvollkom⸗ menen Aeußerungsformen hindurch. S. Heyſe a. a. O. S. 71.


