Aufsatz 
Über Ursprung und Wesen der Sprache
Entstehung
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wir in derſelben Weiſe ſprechen, wie die Hunde bellen, von der Natur getrieben, ſo lehrt uns die eigene Erfahrung, daß dies nicht der Fall iſt. Die Interjektion ſteht ſomit erſt auf der Grenze der Sprache und wird, inſofern man ſie als die erſte Stufe der Sprach⸗ ſchöpfung anſehen kann, die pathognomiſcheStufe genannt. Eigentliche Sprache aber beginnt erſt da, wo der Ausdruck der Empfindung oder der Anſchauung nicht mehr die Empfindung, ſondern die Sache bedeutet, wodurch die Empfindung und deren Ausdruck angeregt wird. Auch die Anſchauung wird nämlich ohne alle Abſicht und Willkür eben ſo nothwendig und natürlich wie das Gefühl ſelbſt ſich in Lauten reflektieren, entweder allein vermöge ihrer eigenen Stärke oder Neuheit, oder wenn ſie von Gefühlen begleitet iſt, welche eben durch ihre Neuheit und Gleichzeitigkeit mit der Empfindung die ſpecielle Beſtimmtheit derſelben annehmen, ſo daß der hervorgebrachte interjektionale Laut ſich mit der Anſchauung zuſammen ſchließt. Die Art und Weiſe aber, wie der Naturlaut zum objektiven Sprachlaut wird, iſt folgende. Alles was in oder an, unſerm Organismus ge⸗ ſchieht und mit einem ſenſiblen oder Sinnesnerven in Berührung tritt, wird auch von der Seele aufgefaßt. Sobald nun irgend eine Empfindung in der Seele ſtattfindet und zugleich der Organismus ſelbſt in einen beſtimmten, aus jener Empfindung reflektierenden Laut ausbricht, ſo nimmt die Seele auch dieſen Laut und zwar gleichzeitig wahr. Beide Wahrnehmungen aber, die von außen durch die Sache und die im Laut gegebene, müſſen ſich nothwendig wegen ihrer Gleich⸗ zeitigkeit miteinander verbinden. Wegen der Seeleneinheit aber findet eine nothwendige Aſſociation der unwillkürlichen Lautanſchauung mit der Sachanſchauung ſtatt, und dieſe Aſſociation erzeugt oder iſt vielmehr ſchon die Bedeutung des Lautes, d. h. die Verbindung des Lautes mit der Sache, wegen der Gleichzeitigkeit der Anſchauung beider. Der Eindruck, welchen die Seele vom Organismus empfangen und der Ausdruck, mit welchem der Organismus jenen unyvillkürlich begleitet hat, ſchmelzen nothwendig zuſammen, und ſo wird dieſer Ausdruck, der Laut, auch für die Seele zum Begleiter der Wahr⸗ nehmung. Das vollſtändige Bild der Verbindung von Seele und Leib in der Sprachſchöpfung iſt alſo kurz dieſes: Die Seele empfängt durch die Sinnesorgane einen Eindruck und bildet eine Anſchauung