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bezeichnen ſuchte...... Der Menſch hat alſo aus den unmit⸗ telbaren oder unwillkürlichen Lauten ſeiner Empfindung, die als Interjektionen für ſelbſtändige Sprachtheile gelten, den Stoff zu Wurzeln hergenommen.“ Weiter begründet und ausgeführt iſt dieſe Anſicht ſodann in dem andern unten genannten Werke, wo nament⸗ lich höchſt ſcharfſinnig nachgewieſen iſt, wie der Empfindungslaut zur wirklichen Sprachwurzel wird, und wo der Verfaſſer ſchon ganz auf dem richtigen Wege iſt, den wir ſogleich näher bezeichnen werden. Wüllner irrt nur darin, daß er die Interjektionen oder eigentlichen Empfindungslaute, die nichts weiter als das durch eine Wahrnehmung erzeugte oder hervorgerufene allgemeine Gefühl des Staunens, der Furcht, des Schmerzes oder der Freude u. ſ. w. ausdrücken, nicht gehörig unterſcheidet von den Lautreflexen, welche nicht mehr die Empfindung, das Gefühl, ſondern die Sache ſelbſt bedeuten, wodurch die Empfindung und deren Ausdruck angeregt iſt. Ueberdies ſucht er mit zu großer Willkür alle beliebigen Wurzeln auf urſprüngliche Interjektio⸗ nen zurückzuführen. Die Interjektionen gehören zwar inſofern zur Sprache, als ſie überhaupt verſtanden werden; allein eine Entwicklung von ihnen aus zur eigentlichen Sprache gibt es nicht, weil ihr Laut nur der Ausdruck eines gegenwärtigen und wirklichen Gefühls iſt, welches in ſeiner eigenthümlichen Stärke und überhaupt als Gefühl nicht reproduciert werden kann. Das ausgeſtoßene Ah! oder Ha! des Staunens iſt als Ausdruck dieſes Gefühls des Staunens allgemein verſtändlich, aber auch nicht mehr; es kann nie den Gegenſtand oder die Wahrneh⸗ mung bezeichnen, die es veranlaßt hat. Hiermit ſtimmt überein, daß die Sprache nur wenige aus Interjektionen entſtandene Wörter aufzuweiſen hat.“)„Die Sprache“, ſagt M. Müller,„beginnt erſt da, wo die Interjektionen aufhören. Es gibt einen ebenſo großen Unterſchied zwiſchen einem wirklichen Worte, z. B.„lachen“ und der Interjektion„ha! ha!“, zwiſchen„Ich leide“ und„ Oh!“, als zwiſchen dem unwillkürlichen Akte und Geräuſche des„Nieſens“ und dem Zeitworte„nieſen“. Wir nieſen und huſten und lachen in derſelben Weiſe wie die Thiere; aber wenn Epikur uns ſagt, daß
¹) Im Deutſchen gehören dahin das Wort„Weh“, im Griechiſchen olæros von dem Schmerzensruf ol.


