Aufsatz 
Über Ursprung und Wesen der Sprache
Entstehung
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lichen Organismus, welche theils ſeiner eigenen Erhaltung und inne⸗ ren Lebendigkeit dienen, theils ſeine Bewegung und Wirkung in der Außenwelt betreffen, zwei Arten von Bewegungen, nänlich die will⸗ kürlichen und die unwillkürlichen. Die unwillkürlichen, wie der Pro⸗ ceß der Verdauung, des Blutumlaufes und des Wachsthums, geſche⸗ hen durch angeregte und fortgepflanzte Nervenreize, die willkürlichen, wie die Bewegung der Glieder, ſtärkeres und ſchwächeres Athmen, Erzeugung von Tönen aller Art, Veränderung der Lage, der Ge⸗ ſichtstheile u. ſ. w., durch die Abſicht und deren Einwirkung auf die motoriſchen Nerven. Es werden aber auch alle dieſe der Willkür un⸗ terwerflichen Bewegungen, was gewöhnlich überſehen wird, vorher ohne Abſicht vollzogen, indem ſie auf unwillkürlichen und nothwen⸗ digen Verbindungen beruhen, die der Geiſt erſt ſpäter, wenn er ſich ihrer bewußt wird, in den Dienſt ſeiner Abſicht ſtellt. Dieſe ſämmt⸗ lichen Bewegungen nun pflegt man mit dem allgemeinen Namen der Reflexbewegungen zu bezeichnen und damit anzudeuten, daß eine auf einen ſenſiblen Nerven ausgeübte Wirkung ſich in dem ent⸗ ſprechenden motoriſchen Nerven reflektiert, d. h. daß die Erregung des ſenſiblen Nerven vermittelſt der Centralorgane auf den motoriſchen Nerven übertragen wird. Unter den verſchiedenen Arten dieſer Ueber⸗ tragung oder Reflexion ſind für uns diejenigen, welche in den Athmungswerkzeugen und in der Region der oberen Sinne, wo ſich die größte Reizbarkeit der ſenſiblen und die größte Beweglichkeit der motoriſchen Nerven ſinvet, ſtatthaben, von beſonderer Wichtigkeit. Die ſogenannten tönenden Respirationsveränderungen, welche ſich unmit⸗ telbar als bloße Reflexbewegungen manifeſtieren, werden theils von äußerem Nervenreiz, theils von Anſchauungen, theils von rein inneren Vorgängen erzeugt. Hierher gehören Nieſen und Gähnen, Lachen und Weinen, der unwillkürliche Schrei des Thieres und Menſchen in Folge von Schmerzgefühlen und ſchließlich alle ſogenannten Empfin⸗ dungslaute(Interjektionen), welche nichts anderes als Reflexbewegun⸗ gen in den Stimmorganen ſind. Alle dieſe Naturlaute, welche nach den allgemeinen phyſiologiſchen Geſetzen des menſchlichen Organismus in Begleitung der Gefühle, Wahrnehmungen und Begehrungen un⸗ willkürlich und mit Nothwendigkeit von den motoriſchen Nerven der Athmungsorgane hervorgebracht werden, gehören zwar, weil ſie weder