Aufsatz 
Über Ursprung und Wesen der Sprache
Entstehung
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eine Verbindung von geiſtiger und leiblicher Thätigkeit iſt, welches ſind die allgemeinen Wechſelbeziehungen zwiſchen Leib und Seele, wie entſteht der Sprachlaut, und wie wird er mit der Vorſtellung ver⸗ knüpft, nach welchen pſychologiſchen Geſetzen entſteht und wirkt die Sprache? Das iſt es, was uns mit dem Urſprunge der Sprache zu zeigen iſt, der allſeitige Zuſammenhang des Sprechens mit den niederen und höheren Thätigkeiten des Geiſtes, der Einfluß der Sprache auf die geiſtige Entwicklung des Menſchen, auf die Bildung ſeiner Vorſtellungen.

Indem wir nachſtehend verſuchen, die obigen Fragen zu beant⸗ worten und den ganzen Proceß der Sprachſchöpfung nach den von Gott in den Menſchen gelegten phyſiſch⸗pſychiſchen Geſetzen darzulegen, gehen wir, um den Irrthum der früheren Zeit, als man ſich den Geiſt mit ſeinem Inhalte, den Vorſtellungen und Begriffen fertig dachte, ſo daß der Geiſt hinterher erſt die Sprache zum Ausdruck derſelben ſchafft oder erfindet, zu vermeiden, von dem erſten Anheben geiſtiger Entwicklung, dem Keimpunkte derſelben in dem vorſprachlichen Bewußtſein, um ſo zu ſagen, aus und verfolgen dieſelbe bis zum Entſtehen der Sprache und über dieſelbe hinaus. Hierbei müſſen wir uns jedoch gegen die mögliche Folgerung, die man daraus ziehen könnte, verwahren, als wollten wir dieſe Entwicklung nun auf den Urmen⸗ ſchen angewandt haben und denſelben aus einem thierähnlichen, ſprach⸗ loſen Zuſtande allmählich ſich zur Sprache hinaufarbeiten laſſen. Wie wir uns den Urzuſtand und die Urſprache denken, darüber werden wir am Schluſſe noch Gelegenheit haben, einige Worte zu ſagen. Wenn ja der vorſprachliche Zuſtand der Seele auf Jemand anwend⸗ bar iſt, ſo iſt es das Kind auf ſeiner erſten Entwicklungsſtufe und das höher organiſierte Thier ¹), deſſen Seele zwar mit der menſchlichen