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Wörter alle nachgeahmte ſind“), dennoch in den Hauptpunkten der gleiche bleibt, wie in der urſprünglichen Sprachſchöpfung.
Es iſt das Verdienſt der neueren Sprachwiſſenſchaft, wie ſie von W. v. Humboldt begründet worden, durch eine von der bishe⸗ rigen völlig verſchiedene Auffaſſung des Weſens der Sprache auch der Frage nach dem Urſprunge derſelben eine ganz andere Wendung gegeben zu haben. Indem er die Sprache nicht als ein Werk(„), ſondern als eine Thätigkeit(ꝛεοαιαα‚ als die ſich ewig wiederho⸗ lende Arbeit des Geiſtes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedankens fähig zu machen, auffaßt, verſetzt er die Frage nach dem Urſprunge der Sprache auf ein ganz anderes Gebiet, auf das der Pſychologie und Phyſiologie?). Welches ſind die Bedingungen, welche erforderlich, dieſe Schöpfung ins Leben zu rufen, und, da die Sprache
der Erde ſeien und ihre Sprache die Urſprache. Aehnliche Verſuche ſollen von dem deutſchen Kaiſer Friedrich II., Jacob IV. von Schottland und einem mongoliſchen Fürſt Ackebar angeſtellt worden ſein. Auch der Fall mit Kas⸗
par Hauſer gehört hierher. Vgl. die Weſenheit des menſchlichen Geiſtes u. ſ. w.
von Dr. P. J. Elvenich. Als das Ergebniß aller dieſer Verſuche ſteht feſt,
daß der Menſch, ſich ſelbſt überlaſſen und von dem Verkehr mit bereits ſpre⸗ chenden Erwachſenen ausgeſchloſſen, verwildert.
„Wir lehren den Kindern nicht die Sprache, d. h. nicht das Sprechen, ſon⸗
dern nur unſere Sprache. Sprechen, allgemeine Sprache haben muß das
Kind ſelbſt; es muß als Menſch durch ſich allein ſprechen können; ſonſt könn⸗
ten wir ihm nicht unſere beſtimmte Sprache lehren.“ S. Lazarus a. a. O. 124.
Freilich geht dieſe Sprachfähigkeit nach den eben angeführten Beiſpielen nicht
ſo weit, daß der Menſch für ſich allein, abgeſondert von allem Verkehr mit
Erwachſenen, doch eine Sprache ſchaffen könnte, auch abgeſehen davon, daß
er wegen der körperlichen Hülfloſigkeit elend zu Grunde gehen müßte. Der
Unterſchied zwiſchen dem jetzigen Kinde und dem Urmenſchen iſt jedenfalls
ein ſehr bedeutender.
2) Nächſt W. v. Humboldt ſind beſonders Lazarus und Steinthal als diejenigen zu nennen, welche, in die Fußſtapfen Humboldt'’s tretend, zu einer richtigen Löſung unſerer Frage das Meiſte beigetragen haben.„Die Frage nach dem Urſprung der Sprache konnte nicht beantwortet werden, weil die Frage nach dem Weſen der Sprache nicht richtig geſtellt, geſchweige erſchöpfend beant⸗ wortet war. Zwei Fehler gehen dabei immer neben einander her; man hat erſtens von vornherein in der Sprache nichts anderes geſehen und nichts anders geſucht, als das Mittel zur Mittheilung der Gedanken; und dann hat man dieſes Mittel als etwas Neues und Selbſtändiges angeſehen, das zu den fertigen Gedanken hinzugekommen iſt.“ S. Lazarus S. 14.
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