Aufsatz 
Über den Begriff und die Bedeutung der Nationalität überhaupt und die Pflege der deutschen Nationalität durch Unterricht und Erziehung insbesondere
Entstehung
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lich geeignet der deutſchen Jugend auch dieſe Seiten unſerer natio⸗ nalen Geiſtes aufzuſchließen. Aber nicht bloß auf die Licht⸗, ſondern auch auf die Schattenſeiten unſeres Volkscharakters ſoll der Lehrer die Jugend aufmerkſam machen, und auch hierzu bietet die Geſchichte der Literatur die günſtigſte Gelegenheit. Wie kann er z. B. die Jugend beſſer warnen vor dem in unſerem Charakter liegenden Zuge der Ueberſchätzung des Fremden und der Hintan⸗ ſetzung des Eigenen, als wenn er ihr in lebendigen Farben ſchildert und durch Beiſpiele belegt, wohin die ſklaviſche Nachahmung des Ausländiſchen unſere Sprache und Literatur während des XVII. und der erſten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts geführt hat, wo derjenige das größte Lob erwarb, der die meiſten lateiniſchen und franzöſiſchen Worte und Redensarten ſeiner Sprache beizumiſchen verſtand. ¹*) Das

Grenzen des väterlichen Gaues, über die Marken des Vaterlandes, in die entlegenſten Regionen der Erde, um ſich an Indiens und Chinas Wundern, an der wüſten Oede des Polarmeeres, wie an den glühenden Steppen Afrika's mit gleicher Luſt zu weiden. Vilmar a. a. O. S. 7.

1) Geſinnungstüchtige u. patriotiſch⸗geſinnte Schriftſteller jener Zeit klagen bitter über jene Sprachmengerei. So heißt es in einem Gedicht des Mich. Moſcheroſch:

1. Faſt jeder Schneider will jetztund leider der Sprach erfahren ſein und redt latein, Welſch und Franzöſiſch, halb Japaneſiſch wan er iſt doll und voll der grobe Knoll.

2. Der Knecht Matthies ſpricht bona dies, wan er gut Morgen ſagt und grüßt die Magd: die wend den Kragen, thut ihm Dank ſagen, ſpricht Deo gratias Herr Hippocras.

3. Ihr böſe Teutſchen man ſollt euch peutſchen, daß ihr die Mutterſprach ſo wenig acht. Ihr liebe Herren das heißt nicht mehren, die Sprach verkehren und zerſtören.

4. Ihr thut alles miſchen, mit faulen Fiſchen, und macht ein miſchgemäſch ein wüſte wäſch. Ich muß es ſagen mit unmuth klagen. Ein faulen haaffen⸗käß ein ſeltſam Gfräß u. ſ. w.