Aufsatz 
Über den Begriff und die Bedeutung der Nationalität überhaupt und die Pflege der deutschen Nationalität durch Unterricht und Erziehung insbesondere
Entstehung
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an im Weltplan Gottes begründet liege. Nach einem allgemeinen Geſetze der Natur herrſcht überall Einheit und Mannigfaltigkeit, Ueber⸗ einſtimmung und Verſchiedenheit. Verſchieden an Größe, Glanz und Bewegung bei aller ſonſtigen Aehnlichkeit ſind die Geſtirne des Him⸗ mels, verſchieden theilweiſe in dieſen und in andern Beziehungen die Mineralien, Pflanzen und Thiere. Ja, dieſe Verſchiedenheit und Aehnlichkeit erſtreckt ſich auch auf die Menſchen, und zwar auf Körper und Geiſt, auf Individuen und Völker. Während ſämmtliche Glieder eines Volkes von ausgeprägter Nationalität, wir erinnern z. B. an die Engländer, an Körper und Geiſt etwas Gemeinſames haben, wo⸗ durch ſie ſich von den Genoſſen eines andern Volkes beſtimmt unter⸗ ſcheiden; bieten ſie doch, bei aller Aehnlichkeit, unter einander nach Körper und Geiſt wieder die mannigfachſten Verſchiedenheiten dar ¹). Iſt nun, wie nicht zu läugnen, durch dieſe Einheit in der Mannig⸗ faltigkeit, durch dieſe Aehnlichkeit bei unverkennbarer Verſchiedenheit, vor Allem die Schönheit der Welt bedingt; ſo hat dieſes Geſetz, in⸗ ſofern es ſich auf den Menſchen, die Krone der Schöpfung, erſtreckt, eine noch höhere Bedeutung. Dadurch nämlich, daß die Individuen und Völker mehr oder minder beſchränkt ſind, daß die einen beſitzen, was den andern abgeht, ſind ſie deutlich darauf hingewieſen, ſich im Geiſte der Liebe und Brüderlichkeit gegenſeitig auszugleichen, zu ergänzen und zuſammen die Menſchheitsidee zu verwirklichen. Wie nach tief chriſt⸗ licher Auffaſſung jeder Einzelne hienieden ſeine ihm von Gott angewieſene

¹) Es iſt eine bekannte Thatſache, daß in dem Maaße, als ein Volk ſich gei⸗ ſtig entwickelt, auch die Individualität der einzelnen Genoſſen deſſelben körperlich und geiſtig ſich ausbildet. Während unſere Vorfahren, die von Tacitus geſchilderten Germanen, alle körperlich(habitus quoque corporum, quamquam in tanto hominum numero, idem omnibus; truces et caerulei oculi, rutilae comae, magna corpora etc.) und geiſtig gleich erſcheinen; iſt im Laufe der Zeit mit der zunehmenden Bildung die größte körperliche und geiſtige Verſchiedenheit nach Stämmen und Individuen unter uns eingetreten.