Aufsatz 
Über Buffon's Ausspruch:"Le style est l'homme nême" oder über die Bedeutung des Stils für die Charakteristik der Völker und Einzelnen, mit besonderer Berücksichtigung des deutschen Stiles
Entstehung
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rückgeblieben iſt bis jetzt der Real⸗ oder Geſchäftsſtyl 1), woran die große Innerlichkeit und Idealität der Deutſchen, welcher ſelbſt die Sprache Vorſchub leiſtet, nicht am wenigſten Schuld iſt ²).

Faſſen wir zum Schluſſe das Geſammtergebniß unſerer bisherigen Erörterung kurz zuſammen, ſo ſehen wir, wie im Style von den kleinſten Einheitsformen bis zu den größten, von den Worten bis zu den Stylgattungen ſich überall der Geiſt und Charakter der Individuen und Völker auf das ſchärfſte nnd beſtimmteſte ausprägt, wie bei den Griechen Schönheit und Harmonie, bei den Römern männliche Kraft und Beſtimmtheit, bei den Deutſchen endlich tiefe Innerlichkeit und ein durchdringender Wahrheitsſinn die hervorſtechenden, charakteriſtiſchen Züge, wie aller ihrer Lebensäußerungen, ſo auch ihres Styles bilden.

¹)Es iſt erklärlich, daß ein Volk, deſſen Leben und Thätigkeit mehr auf das Aeußerliche gerichtet iſt, weit eher zu einem beſtimmten, bezeichnenden und knapp umgränzten Ausdruck der perſönlichen Beziehungen kommen muß, als ein mehr auf das Innerliche gerichtetes, ein leichtbewegliches eher, als ein ſchwerfälliges. Daher mußte es dem lebhaften, ſo ſehr aufs Aeußerliche gerichteten Franzoſen viel leichter werden, zu einer Geſchäftsproſa zu ge⸗ langen, als dem langſameren, innerlichen Deutſchen. S. Rinne, Styl⸗ lehre, S. 523.

²) Gern hätten wir noch den Styl einiger der bedeutendſten Kulturvölker, wie der Franzoſen und Engländer mit in Betracht gezogen und zwar um ſo mehr, da er einer ganz andern Klaſſe von Sprachen, den abgeleiteten, an⸗ gehört; allein da wir fürchten müſſen, die Gränzen des uns zugewieſenen Raumes zu überſchreiten, ſparen wir dieſen Gegenſtand für eine andere Gelegenheit auf.

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