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nach Belieben mit Nachdruck hervorzuheben und dadurch dem Gedan⸗ ken eine andere Wendung zu geben. Wie unſere Mutterſprache ſomit in der logiſchen Betonung eigenthümliche Vorzüge vor den alten und neueren Sprachen beſitzt; ſo hat ſie zwei andere nicht minder wichtige Eigenſchaften des Styls mit den beiden alten Sprachen vor den meiſten neueren voraus, nämlich einmal die Anſchaulichkeit und dann die Originalität des ſprachlichen Ausdrucks. Was die erſte Eigen⸗ ſchaft angeht, ſo iſt es ein Vorzug der Stammſprachen vor den ab⸗ geleiteten, daß ſie ohne Störung und ſtetig ſich aus ſich ſelbſt ent— wickelnd die urſprünglichen Vorſtellungen, welche gleichſam die Seele der Wörter bilden, überall durchſcheinen laſſen und dadurch viel ſinnlich anſchaulicher, für die Poeſie geeigneter ſind, als die abge⸗ leiteten. Abgeſehen von den vielen onomatopoetiſchen Wörtern, welche uns durch ihre Wirkung auf das Ohr die geſchilderten Ge⸗ genſtände lebendig vor Augen führen ⁴), ſind die vielen Laut⸗ und Begriffsmetaphern oder figürlich gebrauchten Wörter, die entweder noch deutlich auf die erſte Bedeutung hinweiſen oder doch eine leiſe Erinnerung an dieſelbe bewahren*³), von vortrefflicher Wirkung in der Poeſie, indem durch ſie nicht nur der Verſtand einen Begriff, ſondern auch die Phantaſie ein anſchauliches Bild erhält. Aber nicht blos die Grundlage des poetiſchen Styles bilden dieſe Wörter mit ihrer ſinnlichen, die Phantaſie anregenden Kraft; ſondern auch der
¹) Die deutſche Sprache iſt ſehr reich an ſolchen Wörtern. Hier nur einige: ächzen, brüllen, brauſen, brummen, bellen, blöcken, blaſen, dröhnen, drom⸗ meten, fideln, flüſtern, girren, grollen, gellen, grunzen, glucken, gurgeln, heulen, huſten, jodeln, jubeln, jauchzen, jammern, krachen, klirren, knirſchen, knurren, knattern, knittern, klappern, kichern, klimpern, klatſchen, klingeln, knacken, knuspern, knoppern, krähen, krächzen, kreiſchen, keifen, kullern, lallen, lispeln, lullen, leiern, murmeln, murren, meckern, muhen, mankeln, miauen, poltern, plätſchern, pfeifen, pipen, plumpen, plappern, puffen, paffen, plärren, pispern, pappeln, quaken, raſſeln, rieſeln, röcheln, rülpſen, räuſpern, rumpeln, ſchmettern, ſauſen, ſchnanben, ſummen, ſurren, ſäuſeln, trillern, trappeln, wettern, wiehern, winſeln, wimmern u. ſ. w.
²) Wie die Wörter: hartnäckig, halsſtarrig, durchtrieben, eingewurzelt, abge⸗ mergelt, gewiegt, vermeſſen, ferner Zeitwörter, wie: einflößen, untergraben, unterdrücken, ausſchweifen, unterſuchen, anbrechen, aufbrechen, ausbreiten, begreifen, erklären, erläutern, entfalten, enthüllen, unterſuchen u. ſ. w.


