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mehr vor dieſen, alß vormahlen denen reformirten zu beſorgen und auf der huth zu ſtehen habe. Alſo kommet es auf die reformirte an. Da den deren ein⸗ und aufnahme zweyerley gattung, derer ſo wohlhabig, und per consequens ein groſes[130] beyzutragen ver⸗ mögend, und derer ſo under dem gemeinen haufen mit hinlaufen, ſo ſich aus der hand in den mundt ernehren, folglich aber auch nichts weiters alß gemeinen brod⸗ und bier⸗accis ꝛc. contribuiren werden.
Will man die erſtere aufnehmen, ſo werden ſie, umb die ander⸗ weitlich haben müßende koſten zu erſpahren, umb ein freyes religions⸗ exercitium von einer kirchen und ſchule ſo bald antragen, und ſonder deren gewißeſte verſicherung ſich nicht dahin ziehen, worinnen ſie den auch nicht zu verdencken.
Weiln es aber eine ſache von uberauß groſer wichtigkeit, daß ein evangeliſch⸗lutheriſcher magiſtrat der ſtatt denen evangel. reformirten eine kirche und ſchule, alſo ein freyes religions exercitium in der ring⸗ mauer concedire; ſo iſt die frage:
¹. Ob ſolches mit unverletztem gewißen geſchehen könne?
2. Ob es von rechts wegen beſchehen möge? und dan[131]
3. Obs rahtſam ſeye? Und die ſtatt künftig hin ſich keines un⸗
erſetzenden ſchadens und nachtheilß zu beſorgen habe?
Resp. ad 1. Waß die erſtere betrifft, gehört ſelbige eigentlich denen herrn theologis, auß dem grunde zu underſuchen und deren ſentiment daruber abzufaßen, zu. Weiln man aber gleichwohlen auch ſelbſten umb⸗ und vonwegen ſeiner actionen dem allgemeinen richter antwort und rechen⸗ ſchafft zu geben hat; und ſichs mit dem köhlersglauben nicht beſchönen laßen will, ſo iſt nicht ohne, daß eine unverantwortliche meinung ſeye, wen einige vorgeben, daß der underſcheid der religionen nicht ſo großes auf ſich habe, und daß man alle religionen indifferenter admittiren könne.
Den gleich wie nach des h. heydenlehrers ausſpruch ad Rom. 3. v. 8 nichts ubels zuthun, auf daß etwas gutes darauß erfolge, weiln denen verdamnuß gewiß ſeye. Und Dr. Bartolt Bottſac in ſeinem Lumine ex tenebris[132] oder Denckmahl der evangeliſchen wahrheit, a. 1687 zu Braunſchweig gedrucket, p. 161 ſchreibet, daß dis ubel ge⸗ than ſeye, wen man unkraut ſäet, wo noch keines wachße, u. wo man einige finſternuß in der lehre einführe, wo es ſonſt durchgehends licht iſt. Dahero in ſolcher ſache, die gottes ehre uund lehre betrifft, man allem irthum mehr zu ſteuern, alß ihn zu befördern habe. So hat


