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Wo haben wir den einiges ſoulagements unß zu getröſten? Mit continuirenden proceßen zu Wien und bey dem Cammergericht ſich zu ſchleppen, iſt verdrißlich und koſtbar und in effectu wenig vortreglich. Und wird ein mandat auf das andere geleget, damit das underſte nicht allein von dem ſtaub gefreßen werde. Und habe ich noch nicht gefunden, daß die ſtatt ſich derſelben zu erfreuen gehabt hette.
Muß dieſem nach das wiederaufkommen der ſtatt in ſich ſelbſt geſuchet werden, welches(weiln wir von ſo zu ſagen keinen oder doch geringen mitteln, auch keine ſubſidien zu genießen, und ſchwerlich von dem reich etliche römermonath erhalten, von Franckreich aber beſorglich nichts bekommen werden) in nichts anderſt beſtehet, alß daß man dieſelbe volckreich zu machen ſuche, und dieſes hat ſein rechtes centrum in auf⸗ richtung der commercien, fabriquen und manufacturen, allermaßen ſie die[128] eigentliche brunquelle des reichthumbs ſind. Wie aber dieſe zu etabliren, iſt die haubtfrage.
Alle diejenige, ſo nur ein wenig recht chriſtlich geſinnet ſein, wer⸗ den dahinaus gehen, daß man lauter evangeliſch⸗lutheriſche einwohner haben möge, welchen man ſowohl in allem beßer trauen und glauben könne, alß nichts widriges ſo im geiſt⸗ alß weltlichen regiment zu be⸗ ſorgen haben dörffte, alß welcherley fatalitet die gute ſtatt Bremen leider erfahren!
Nachdemabhln aber ſolches mehr zu wünſchen, alß zu hoffen, oder man in ſeinen ruinen ſich ſelbſt würde conſumiren müßen, ſo iſt ver⸗ nünfftig nicht anderſt zu conſideriren, weiln der groſe gott durch mittel handelt, alß daß man die in dem religions⸗ und weſtphäliſchen friden⸗ ſchluß etablirte religionen in der ſtatt und bürgerſchafft tolerire, und diejenige mit einer der obrigkeit wohlanſtehenden freundlichkeit einnehme, welche diſert wegen[129] anderswo gedrücket worden. Den einmahl gewiß iſt, daß dieſe außerhalb lieber alles leiden, alß in ihrem vatter⸗ land dem gewißenszwang ſich underwerfen wollen; am meiſten aber muß man auf die religionem dominantem ſein abſeheu richten, welche durch die güte gottes der ungeenderten Augspurgiſchen confeßion zugethan, und under brünſtiger anruffung durch ſeinen beyſtand auch dabey verharren wird..
Viele und zwar vermögende catholiſche einzunehmen, wolte nicht rathen, weil ſie ſich ſo bald auf die biſchöfl. ſeite hängen, und denen jeſuiterſchen lehrſätzen gemäs von ihrem bürgereyd gar leicht entbunden werden würden, daß man ſich nach geenderten ſtaat und umbſtänden


