IV
in der Rheinpfalz dicht an der heſſiſchen Grenze gelegenen Dorfe,) ge⸗ bürtige Koufmann(Leinenkrämer) Philipp Seidenbender, der 1540 in den gemeinen Rat gewählt wurde, 1563 in das XIIIer Kollegium kam und 1570 Schultheiß wurde. Als XIIIer nahm er als Familien⸗ wappen an 2 gekreuzte Fahnen mit einem Stern in dem oberen und einem Kleeblatt in dem unteren Winkel. Das Wappen findet ſich ab⸗ gebildet auf dem jetzt im Paulusmuſeum befindlichen Grabdenkmal ſeines Enkels Hartmann Seidenbender, der 1635 in den XIIIer Rat kam und von 1638— 1659 ſiebenmal Stättmeiſter war, alſo das höchſte ſtädtiſche Amt bekleidete. Ebenſo iſt das Wappen abgebildet bei dem Namen des Johann Julian Seidenbender, eines älteren Bruders des Hartmann, auf der im Jahre 1626 zur Erinnerung an die 1526 erfolgte Einſetzung des XIIIer Rats geſchlagenen Schau⸗ münze mit dem Bilde der Stadt Worms auf der einen Seite und den Wappen und Anfangsbuchſtaben der Namen der ſämtlichen damaligen XIIIer auf der anderen Seite. Schon einer der drei Söhne des erſten Seiden⸗ bender, der mit dem Vater gleichnamige Philipp Seidenbender, wandte ſich dem Studium zu; er iſt an dem 14. Auguſt 1573 in die Heidel⸗ berger Univerſitätsmatrikel als Studierender eingetragen.(S. Töpke Matrikel d. Univ. Heidelberg). Auch der Urenkel des erſten, der 1623 geborene Johann Friedrich Seidenbender, der Vater des Verfaſſers unſerer Schrift, ſtudierte Jurisprudenz und trat dann ſpäter als Licen⸗ tiatus und Advocatus in den Dienſt ſeiner Vaterſtadt. Seit 1664 gehörte er dem XIIIer Rat an und bekleidete 1675 u. 1678 das Amt des Stättmeiſters. Er ſtarb 1683. Durch den älteſten ſeiner drei Söhne, Konrad Hartmann, traf die angeſehene Familie ein erſchüttern⸗ des Unglück, das ohne Zweifel auch für die Lebensauffaſſung des Bru⸗ ders, unſeres Joh. Friedrich Seidenbender, von tiefgehender, nachhaltiger Wirkung geweſen iſt und deshalb hier kurz erwähnt werden mag. Konrad Hartmann Seidenbender wurde nämlich als 17jähriger Gym⸗ naſiaſt von der Manie ergriffen, die Stadt in Brand ſtecken zu wollen. Im Herbſte des Jahres 1664 hat derſelbe nicht weniger als 10 Brände kurz hintereinander an verſchiedenen Orten veranlaßt, von denen einige bedeutenden Umfang annahmen, ſo daß, wäre nicht zufällig ſtarker Regen eingetreten, unberechenbares Unglück hätte entſtehen können. Lange wurde vergeblich nach dem Brandſtifter gefahndet, der Rat ſetzte einen Preis aus für die Entdeckung desſelben und ging auf Verdachts⸗ gründe hin mit großer Härte gegen eine ganze Reihe von Perſonen


