Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
Entstehung
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20 weißen Thon, wieder andere ſind aus rötlich gebranntem Thon gebildet. Sogenannte Geſichtsurnen, wie deren früher 2 in Mariamünſter gefunden worden ſind(ſiehe Teil I Tafel III), ſind bei der letzten Ausgrabung nicht vorgekommen, die dritte jetzt im Muſeum aufbewahrte ſtammt aus einem in der Nähe von Mainz gefundenen Grabe. Im Innern der Urnen befinden ſich die ver⸗ brannten Gebeine; beim Ausleeren derſelben konnte man oft beobachten, daß unter den Knochenreſten am Fuß der Urne eine kleine Menge reinen Quarzſandes lag. Die Beobachtung iſt ſo⸗ wohl von Herrn Dr. Köhl, als auch von dem Verfaſſer ſelbſt ſo oft gemacht worden, daß die Annahme eines bloßen Zufalls wohl ausgeſchloſſen iſt. Es ſcheint, daß wir es dabei mit einem ſymboliſchen Brauche zu thun haben, mit dem wir etwa unſeren Gebrauch, eine Hand voll Erde in das Grab zu werfen, ver⸗ gleichen möchten. Hfters fanden ſich unter den verbrannten Knochen auch die Reſte von anderen Gegenſtänden aus Horn oder Knochen, die mit dem Toten zuſammen verbrannt und dann mit den Gebeinen, von denen ſie nur bei genauerem Zuſehen zu unterſcheiden ſind, geſammelt worden ſind. So fanden ſich eine größere Anzahl ornamentierter, d. h. durch Querſtreifen am unteren oder oberen Rande verzierter Röhrchen von etwa 810 em. Länge, die wohl als Stiele gedient haben, ferner Deckel von Salbbüchschen und ſolche Büchschen ſelbſt, endlich zwei jetzt noch 17 und 18 cm. lange, einem Papierglätter gleichende Stäbchen aus Bein, die ſcherenartig 11 ½ cm. vom oberen Ende entfernt durch einen Bronzeſtift verbunden waren. Die unten noch ca. 6 cm. langen Teile zeigen eine unregelmäßige Bruchſtelle und ſind jedenfalls länger geweſen. Die Beſtimmung des Gegenſtandes iſt nicht mehr feſt⸗ zuſtellen. Da dieſe Gegenſtände, wie geſagt, infolge der Einwirkung des Feuers von den menſchlichen Gebeinen ohne genaueres Zuſehen nicht zu unterſcheiden ſind, werden ſie wohl in den meiſten Fällen nicht beachtet, wenigſtens iſt dem Verfaſſer nicht bekannt, daß von anderer Seite ſchon darauf aufmerkſam gemacht worden wäre. Außerdem fanden ſich vielfach Reſte von anderen gleichfalls durch das Feuer des Leichenbrandes mehr oder weniger zerſtörten Gegenſtänden, ſo Fibeln verſchiedener Form, u. a. auch ſolche mit Emailverzierung, bei denen aber, wie ſchon erwähnt, das