Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
Entstehung
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ſolcher Sarg, bei dem nur der Deckel gebrochen und eingeſunken war, konnte noch aus der Erde wieder herausgenommen und ins Muſeum gebracht werden. Auffallender Weiſe fanden ſich bei dieſem Sarge gar keine Nägel, die ſich, wenn ſie früher vorhanden geweſen wären, gewiß erhalten hätten. Auch war das Holz nicht etwa in einander gefalzt, ſo daß es eigentlich nur eine Umſtellung der Leiche mit Brettern geweſen zu ſein ſcheint. Andere Särge waren, wie ſich öfters noch deutlich erkennen ließ, roh gearbeitete viereckige Kaſten aus ziemlich dicken tannenen Brettern, die durch merkwürdig große, ſchwere Nägel zuſammengehalten wurden. Der Beigaben ſind es in dieſen Holzſärgen in der Regel nur wenige, in dem im Muſeum aufbewahrten z. B. fand ſich nur ein Krug am Fußende des Sarges. Zwiſchen dieſen Beſtattungen in Särgen fanden ſich, wie ſchon geſagt, ſehr zahlreiche Aſchenbeſtattungen in den verſchiedenen Formen. In der Regel befand ſich die Aſche in keiner Urne aus gebranntem Thon, manchmal aber auch in einem anderen Gefäße, ſo einmal in einer Glasurne von der Form unſerer Fiſchglocken, ſiehe unten Teil V., einmal in einem großen Wein⸗ kruge, einer ſogenannten Amphora, deren Ausguß abgeſchlagen war, wiederholt in thönernen Heizungsröhren von der bekannten Form mit einer runden Offnung an der Vorderſeite, endlich nicht ſelten in einer ſogenannten Aſchenkiſte, manchmal war die Aſche auch einfach auf einem Platze zuſammengeſchüttet. Die in Maria⸗ münſter gefundenen Urnen haben alle ſo ziemlich dieſelbe Form, nur wechſeln ſie in der Größe und ſind mehr oder weniger ſchlank gebaut. Sie haben einen ſehr kleinen Fuß, einen ver⸗ hältnismäßig weiten Bauch und ſind an der ohne Halsanſatz ge⸗ bildeten Offnung oben mehr oder weniger zuſammengezogen. Die kleinſten haben eine Höhe von 7 em. bei einem Durchmeſſer von ca. 10 cm., während bei den größten die Höhe 38 em. und der Durchmeſſer 35 cm. beträgt. Bei weitem die größte Zahl beſteht aus einem grauen, feſt gebrannten Thon, in den vor dem Brennen etwa in ½ der Höhe mit dem Töpferrädchen ein Ornamentband ringsum eingedrückt iſt. Sie ſind dann mit einer grauſchwarzen Farbe überzogen, die ſich aber durch die Feuchtigkeit der Erde vielfach wieder abgelöſt hat. Die kleinere Anzahl der Urnen iſt aus einem ſchwach gebrannten, ſandig ſich anfühlenden gelblich 2*