Aufsatz 
Die Römische Abteilung des Paulus-Museums der Stadt Worms : 2. Teil / von August Weckerling
Entstehung
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die in den Gräbern ihrer Feinde ſtehenden Gläſer wieder in Ge⸗ brauch zu nehmen. Dazu, daß die Beſieger der Römer es ge⸗ weſen, die im 5. Jahrhundert etwa die Gräber geöffnet, dazu ſtimmt auch, daß bei einem der ausgeraubten Särge eine kleine ſilberne fränkiſche Nadel gefunden wurde. Auch darf wohl der Umſtand hier zur Begründung unſerer Anſicht angeführt werden, daß auch die eigenen Gräber der Franken in unſerer Gegend vielfach offenbar von ihnen ſelbſt ausgeraubt worden ſind, und daß nach der Annahme des Chriſtentums der Gräberraub wieder⸗ holt durch Geſetze ſtreng verboten werden mußte.

Nach Form und Material kann man unter den hier gefundenen Särgen 2 Arten unterſcheiden. Die meiſten ſind aus einem rötlichen, ſehr poröſen Pfälzer Sandſtein gefertigt und haben durchſchnittlich eine lichte Länge von 2,20 Meter, bei einer Breite von 74 cm. und einer Höhe von 57 cm. Alle ſind in gleicher Weiſe mit dem Spitzhammer in Viertelkreisſchlägen behauen, einige mit als Viertelſtab gebildeten Eckpolſtern verſehen. Der Deckel iſt nach allen vier Seiten gleichmäßig abgeſchrägt. Neben dieſer durch 2 Exemplare im Innern des Muſeums vertretenen Art geht eine andere ſeltenere Art von Särgen her, die, zum Teil aus gelblich⸗weißem Sandſtein gearbeitet, Deckel von der Form haben, die wir oben bei dem im Dom gefundenen Biſchofsgrabe beſchrieben haben, d. h. mit 4 Würfeln an den 4 Ecken und einer dachförmigen Erhöhung in der Mitte der Vorderſeite. Zu dieſer Art gehören die beiden in den Niſchen an der Außenſeite des Muſeums auf⸗ geſtellten Särge. Eine Inſchrift fand ſich auf keinem der 85 hier gefundenen Särge.

Neben den Beſtattungen in Steinſärgen fanden ſich, wie ſchon erwähnt, jedoch viel ſeltener auch ſolche in Holzſärgen(25 30). Auf dem 1882 unterſuchten Gebiete hatten ſich dieſelben zahlreicher gefunden; diesmal fanden ſie ſich faſt nur auf dem Tfl. 1 mit H bezeichneten Platze, wo die Steinſärge eine Strecke fehlen. Es waren, wie es ſcheint, ärmere, meiſt von der Straße weiter abgelegene Gräber. In dem hier meiſt naſſen Sande des Bodens hat ſich das Holz der Särge trotz der ſeit der Beſtattung ver⸗ ſtrichenen Zeit von etwa 1500 Jahren noch vielfach ſo erhalten, daß man die Form des Sarges noch wohl erkennen konnte, ja ein