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ſenkrecht in die Höhe ſtand, iſt doch wohl nur dann erklärlich, wenn, um an den Sarg zu gelangen, nur ein Loch in der Breite des Steinſarges ausgehoben wurde, ſo daß das in die Höhe gehobene Deckelſtück an die Erdwand angelehnt werden konnte. Alle dieſe Umſtände ſcheinen notwendig darauf hinzuweiſen, daß das Auf⸗ graben der Särge in einer Zeit ſtattgefunden hat, in der die Gräber, in denen die Toten in Steinſärgen beſtattet waren, noch äußerlich durch Erhöhung des Bodens oder durch Denkmäler zu erkennen waren, alſo entweder noch in römiſcher Zeit, oder in der Zeit unmittelbar nach der Römerherrſchaft, als rohe Germanen⸗ ſtämme durch Mord und Brand der Römerherrſchaft am Rhein ein Ende bereiteten und auf den Trümmern derſelben ſich ſelbſt niederließen. Daß ſchon in römiſcher Zeit die Beraubung ſtattgefunden habe, iſt wohl kaum anzunehmen. Der Friedhof war, wie verſchiedene Grabſteine zeigen, bis in die ſpäteſten Zeiten der Römerherrſchaft im Gebrauch; auf einem noch benutzten Friedhofe durfte aber doch ſicherlich eine derartige ſyſtematiſche Aufgrabung und Beraubung der Gräber nicht vorgenommen werden. Wären die zwiſchen den Särgen vielfach gefundenen Aſchenbeſtattungen jünger als die in den Steinſärgen, ſo könnte man wohl annehmen, daß bei dieſen jüngeren Beſtattungen die Särge aufgedeckt und ihrer Beigaben beraubt worden ſeien, nun findet aber im ganzen gerade das um⸗ gekehrte Verhältnis ſtatt. Soweit es ſich hier nach der Form der Gefäße und den dabei gefundenen Münzen kontrollieren ließ, waren im Durchſchnitt die Aſchenbeſtattungen die älteren, die in den Steinſärgen die jüngeren. Daß die Römer die Gräber auf⸗ gedeckt hätten, um ſie ihrer Beigaben zu berauben, iſt auch des⸗ halb nicht wahrſcheinlich, weil die meiſten der in den Särgen liegenden Gläſer in römiſcher Zeit ſchwerlich von ſolchem Werte waren, daß ſie ein entſprechender Lohn für die Arbeit des Auf⸗ grabens und Aufdeckens geweſen wären. Die Beſieger der Römer dagegen beſaßen nicht die Geſchicklichkeit und Kunſt der Beſiegten in der Herſtellung von Gläſern. Für ſie waren die Gläſer ſonſt nicht zu erlangende Wertgegenſtände. Auch hielt ſie nicht Pietät irgendwie ab, die in den Gräbern ſtehenden Gläſer wieder in Ge⸗ brauch zu nehmen. Wenn ſie aus den Schädeln ihrer Feinde ſich Trinkgefäße fertigen ließen, haben ſie ſich gewiß auch nicht geſcheut, 2


